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Kampf gegen Aids

Kinderärztin schrieb ein Buch über ihre Erlebnisse in Südafrika

Irina André-Lang arbeitet seit 1998 als Kinderärztin in Südafrika. Über ihre Erlebnisse hat sie ein Buch geschrieben, aus dem sie am Donnerstagabend in der Begegnungsstätte in Entringen vorlas.

02.10.2010
  • Hannes Weik

Entringen. Nach Afrika wollte Irina André-Lang schon immer. Als Kind wünschte sie sich schwarze Puppen und einen Arztkoffer. Später studierte sie Medizin und wurde Kinderärztin. „Ich hätte nie einen Mann geheiratet, der nicht bereit gewesen wäre, mit mir nach Südafrika zu gehen“, sagte sie zu Beginn ihrer Lesung.

1998 war es dann so weit. Die Baptistengemeinde in ihrem Wohnort Regensburg erhielt Besuch aus ihrem Land der Träume, in das sie bereits mehrmals gereist war. Der Kontakt war hergestellt. André-Lang bewarb sich für eine Stelle in Kimberley und wurde prompt angenommen. Im Team der Flying Doctors kümmerte sie sich unter enormem Zeitdruck um Kinder in der Provinz Nordkap, die allein schon größer ist als Bundesrepublik.

Schon an ihrem ersten Tag wurde sie mit einer Krankheit konfrontiert, die in Deutschland völlig unbekannt ist. Ein kleines Mädchen war gefährlich unterernährt und schwebte in Lebensgefahr.

Das Gesundheitswesen in Südafrika ist völlig unterfinanziert. „Trotz des Endes der Apartheid gibt es noch immer eine Zweiklassenmedizin.“ Wer sich keine Krankenversicherung leisten kann, ist auf die maroden staatlichen Krankenhäuser angewiesen.

Doch das schwerwiegendste Problem ist Aids. Die Zahl der Infizierten ist am Kap weltweit die höchste. Jeden Tag sterben 1000 Menschen an der noch immer unheilbaren Immunkrankheit. Viele davon sind Kinder unter zwei Jahren. „Ich bin ein gläubiger Mensch“, sagte André-Lang, „aber als einmal an Heiligabend gleich drei Kleinkinder den qualvollen Tod an den Folgekrankheiten von Aids starben, bekam ich Zweifel und begann mich zu fragen, warum ich eigentlich nach Südafrika gekommen war.“

Als sie selbst an Brustkrebs erkrankte und den Tumor nur knapp besiegte, änderte sie ihr Leben und suchte nach „weniger anstrengenden und fröhlicheren Wegen, Kindern zu helfen.“ Sie fand sie in einer Schule in Lesotho, einem kleinen, gebirgigen Nachbarland Südafrikas. Die Kinder dort lebten unter erbärmlichen Bedingungen. Es fehlte am Nötigsten. „Nicht einmal Decken für die bitterkalten Nächte gab es.“

Um Geld für die Schule in Pitseng zu sammeln, schrieb sie zusammen mit Harald Rast, einem Regensburger Journalisten, ein Buch über ihre Erfahrungen und Erlebnisse in Südafrika. „Kap meiner Hoffnung“ heißt es. Auf Lesungen in ganz Deutschland stellt sie es vor und sammelt Spenden. Auf ihr Honorar verzichtet sie. Das ganze Geld soll den Kindern in Pitseng zukommen. André-Lang liest selbst dann noch aus ihrem Buch, wenn nur wenige Leute kommen, um ihr zuzuhören. Nach Entringen kam sie durch ihren Kontakt zu Elisabeth Kiefner, die für die Begegnungsstätte des Samariterstifts arbeitet. Etwa 30 Leute kamen zu der Lesung, ließen sich das Buch von André-Lang signieren und spendeten eifrig.

Kinderärztin schrieb ein Buch über ihre Erlebnisse in Südafrika
Irina André-Lang arbeitete als Ärztin in Südafrika und Lesotho und hat darüber ein Buch geschrieben. Im Entringer samariterstift las sie daraus vor. Bild: Mozer

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02.10.2010, 12:00 Uhr

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