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Von Teil- zu Ganztagsplätzen

Kinderbetreuung in Tübingen soll weiter ausgebaut werden

Tübingen setzt den Schwerpunkt bei der Kinderbetreuung auf den weiteren Ausbau der Ganztagsplätze. Das ist Kern der Bedarfsplanung für das Jahr 2014/15, die der Sozial- und Bildungsausschuss jetzt einstimmig beschlossen hat.

18.07.2014
  • Gernot Stegert

Tübingen. Derzeit stehen in Tübingen für 2011 Kinder bis drei Jahre 1188 Betreuungsplätze zur Verfügung. Das ist eine Quote von 59 Prozent. Beschlossen wurde, diese auf 62 Prozent zu erhöhen. Dazu werden 48 Krippenplätze geschaffen. 18 sind bereits in den Kinderhäusern Lindenbrunnen, Viehtor und Pusteblume beschlossen, 30 weitere sollen folgen.

Derzeit liegen der Stadt fürs zweite Halbjahr 2014 für 160 Krippenplätze 335 Anmeldungen vor. Allerdings hat die Stadtverwaltung die Zahlen noch nicht auf Doppelanmeldungen bei Freien Trägern abgeglichen. Künftig soll deshalb ein zentrales Anmeldesystem eingeführt werden, um die Planung und Verteilung zu erleichtern.

Für die Drei- bis Sechsjährigen gibt es 2542 Plätze. Das bedeutet ein Überangebot von 111 Prozent. Hinter diesem Wert verbirgt sich aber ein Mangel: Es fehlen Ganztagsplätze. Bisher gibt es 1085, das ist eine Quote von 47,6 Prozent. Diese soll nun auf 52 Prozent gesteigert werden. 83 neue Ganztagsplätze sollen geschaffen werden. 30 davon entstehen in den beschlossenen Kinderhäusern Lindenbrunnen und Viehtor. 50 Plätze werden durch Umwandlung von Teilzeitplätzen geschaffen. Das geschieht nicht eins zu eins. Denn die Gruppengrößen sind unterschiedlich: 25 Kinder bei den über Dreijährigen, 20 in Krippen. Bei der Umrechnung gehen also je fünf (20 Prozent) verloren.

Bedarf wird nicht sinken, sondern weiter steigen

Die Fachabteilung Kinderbetreuung mit Steffi Mühlhäuser an der Spitze treibt auch voran, was sperrig sozialräumliche Analyse genannt wird. Das heißt: Angebot und Bedarf einzelner Ortsteile und Stadtviertel werden genauer untersucht. Dabei hat sich ergeben, dass in Pfrondorf beispielsweise erst wenig und nun viel Bedarf an Ganztagsplätzen herrscht. Auch wurde deutlich, dass die Versorgung in der Innenstadt nicht so gut ist, wie die Zahlen nahelegen. Denn nur 25 Prozent der Plätze werden von Innenstadtbewohnern belegt. Die übrigen sind unter anderen Auswärtige, die eine Kita mit Nähe zum Arbeitsplatz der Eltern suchen. Und in Lustnau wurden jetzt in der Alten Weberei überdurchschnittlich viele Ganztagsplätze eingerichtet, um deren Mangel im gesamten Stadtteil auszugleichen.

Diskutiert haben die Stadträte über ein Problem für Kinder. Diese müssen während des Kita-Jahres von der Krippe in den Kindergarten wechseln, sobald sie die Altersgrenze erreicht haben. Martin Sökler (SPD) und Ulrike Heitkamp (WUT) wiesen darauf hin, dass Kinder damit aus ihren Gruppen gerissen würden. Heinrich Schmanns (AL/Grüne) ergänzte, dass bei kleineren Freien Trägern nicht immer ein entsprechender Wechsel möglich sei: „Das kann den Rausschmiss eines Kindes bedeuten.“ Doch Mühlhäuser sagte, man könne Krippenplätze nicht blockieren. Und Fachbereichsleiterin Uta Schwarz-Österreicher erklärte, ein späterer Wechsel der Kinder wäre sehr teuer, weil die Krippenplätze mehr kosten.

Der weitere Ausbau der Kinderbetreuung kostet dieses Jahr 254 000 Euro und 2015 noch einmal 473 000 Euro. Formal ist die Abstimmung im Ausschuss eine Empfehlung für den Gemeinderat, der am Montag, 21. Juli, endgültig entscheidet.

Günstiger wird es in den kommenden Jahren kaum. Denn in Tübingen werden wieder mehr Kinder geboren und ziehen weniger junge Familien weg, sagte Iris Sadlowski, die die mehr als hundertseitige Bedarfsplanung erarbeitet hat.

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18.07.2014, 12:00 Uhr

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