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Viel gesungen wird immer noch

Kindergarten St. Josef begeht Jubiläum

HIRRLINGEN. Der Hirrlinger Kindergarten St. Joseph ist 75 Jahre alt. 1932 am Kirchweihsonntag wurde der Kindergarten eingeweiht. Bis vor 15 Jahren wurde er von Vinzentinerinnen geleitet. Am Samstag, 14. Juli, wird das Jubiläum gefeiert. Im Herbst soll es noch einen Geburtstags-Gottesdienst geben.

13.07.2007
  • Michael Sturm

Morgen feiert der Kindergarten St. Josef seinen 75. Geburtstag mit den Eltern bei Kaffee und Kuchen im Rahmen eines Tags der offenen Tür. Beginn ist um 14 Uhr, für die Kinder gibt es ein Spiel- und Spaßprogramm. Einige der Eltern waren im Kindesalter selbst dort. Damals führten noch Schwestern des Vizentinerordens den Kindergarten.

Gebaut wurde der Kindergarten 1932 anstelle des alten Waschhauses im Weihergärtle. 16.000 Reichsmark kostete der Bau, Gesellenverein und andere Freiwillige arbeiteten mit. Zur Eröffnung kam Bischof Sproll. Auf den Namen St. Josef wurde der Kindergarten deshalb getauft, weil viele der Helfer samt Pfarrer und Architekt Josef hießen.

Liebling Resi

Die letzte von der Kirche eingesetzte Chefin war Schwester Flora. 15 Jahre lang leitete sie den Kindergarten. Vier Gruppen, erinnert sich die heute 80-Jährige, habe es in ihrer Zeit gegeben. Eine Gruppe umfasste bis zu 40 Kinder: „Denen musste man ein Geschäft geben.“

Die Häsin „Resi“ sei der Liebling aller Kinder gewesen, erinnert sich Schwester Flora: „Sie war wie eine Hauskatze, alle wollten sie streicheln.“ Als die Hirrlinger Schwesternstation vor 15 Jahren aufgelöst wurde, zog sich Schwester Flora aus der Gemeinde zurück. Heute lebt sie im Kloster Untermarchtal, dem Altersruhesitz der Vizentinerinnen.

Seit 15 Jahren kümmern sich weltliche Kräfte um die Kinder. Die heutige Leiterin Agnes Leins betont, ihr Auftrag sei nach wie vor die Werteerziehung in katholischem Sinne. Der Kirche, sagt sie, sei es wichtig, von klein auf einen Grundstock des Glaubens zu legen.

Tobten vor gar nicht allzu langer Zeit noch 112 Kinder durch St. Josef, sind es in diesem Jahr gerade noch 52. Weil die Kinderzahl zurückging, musste vor zwei Jahren eine Gruppe geschlossen werden.

Die Drei- bis Sechsjährigen sind in altersgemischten Regelgruppen untergebracht. „Da erleben sie Geborgenheit und Stabilität, ohne sich auf Ort oder Personen festlegen zu müssen“, sagt Agnes Leins. Die Gruppen haben „Funktionsecken“, in denen spielend gelernt wird, und jede Gruppe hat eine eigene Küche.

Für Zwei-bis Dreijährige wurde vor ein paar Jahren eine Eingangsgruppe mit separatem Eingang eingerichtet. Helfer statteten die Außentreppe mit Handgriffen und einer Holzverkleidung aus, damit die Kinder ihre Köpfe nicht durch das Eisengeländer stecken können. Laut Agnes Leins kommen die älteren Kinder dort gern zu Besuch und packen den jüngeren die Vespertäschen oder putzen ihnen die Nasen.

Außer in den Gruppenräumen können die Kinder nach Herzenslust im riesigen Garten toben. Ehrenamtliche Helfer erneuerten den Sandkasten, Rentner legten vor drei Jahren einen Rutschbahnhügel an und bauten eine Hütte obendrauf. Die werde gern genutzt, denn da steht eine Bank. An diesem Ort liebten es die Kinder „Sand zu kochen“, sagt die Leiterin. Außerdem hat man einen schönen Überblick über den Kindergarten und die Nachbarschaft.

Aus der Ära der „Schwesternherrschaft“ übernahm Agnes Leins die Tradition des Singens: „Singen bildet die Stimme und fördert die Sprachentwicklung.“ Die Interessen der Kinder erkunden die Leiterin und ihr Team auf „Kinderkonferenzen“ und Ausflügen. Vor allem die Waldtage geben da Erkenntnisse, bestimmte Themen aufzugreifen: Was ist das für ein Tier? Wie heißt der Baum? Am liebsten, sagt Agnes Leins, schauen die Kinder beim Kleintierzüchterheim vorbei: „Sie kleben an den Fenstern, so lange, bis sie jemand rein lässt.“

„Deprimierend“ findet die Hirrlinger Kindergartenleiterin, dass die Verwaltungsarbeit, speziell die Dokumentation, zunehmend Zeit beanspruche. Vieles, was nötiger sei und vor allem die praktische Arbeit mit den Kinder werde dadurch überdeckt.

Kindergarten St. Josef begeht Jubiläum
Die Hirrlinger Jahrgänge 1928 bis 1930 sind auf diesem Foto versammelt – die ersten Kinder, die den 1932 erbauten Kindergarten St. Josef besuchten.

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13.07.2007, 12:00 Uhr

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