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Stärker als Hexen

Kindertheater: „Die bunten Rampenlichter“ holten das gestohlene Glück zurück

In dem Stück „Die Reise zum gestohlenen Glück“ nehmen es ein paar Gauklerkinder mit einer gefährlichen Hexe auf. Am Wochenende war die umjubelte Doppelpremiere in der Alten Kelter Pfäffingen.

16.06.2015
  • Dorothee Hermann

Pfäffingen. Das fiese Schummerlicht mit dem blutroten Schimmer ist zwar unheimlich, aber genau die richtige Beleuchtung für eine Hexe, die will, dass alle so giftig sind wie sie selbst (Licht: Hannah Kimpel, Klaus Ritter). Der lustige Name der krummnasigen Kreatur, Petronella Krummelrummel, sollte nicht darüber hinwegtäuschen, dass die komplett schwarzgekleidete Unheilbringerin es in sich hat. In dem Stück „Die Reise zum gestohlenen Glück“ ist sie es, die die Menschen mit einer selbst gebrauten, verführerisch glitzernden Zaubersuppe dazu bringen will, nie mehr fröhlich zu sein.

Die Pfäffinger Kindertheatergruppe „Die bunten Rampenlichter“ hat das spannende Märchenabenteuer auf die Bühne gebracht. Die neun Mädchen im Alter von sechs bis neun Jahren spielen in der jüngsten Theatergruppe der Alten Kelter und stehen zum ersten Mal auf der Bühne. Die Hexengeschichte haben sie gemeinsam mit der Tübinger Theaterpädagogin Sophia Müller (Regie und Bühnenbild) entwickelt.

Es klingt zwar immer auch schräg und nach lustigem Kinderreim, was die übellaunige Hexe (Emma Krell) vor ihrem Kessel daherbrabbelt: „Hackebein und krumme Wurzel, böse Suppe sei gebraut!“ Umso beunruhigender ist es, wenn die Zauberin ihre bösen Absichten tatsächlich umsetzen kann.

Weil das Bühnenbild perfekt auf die Handlung abgestimmt ist, gehört der verbiesterten Krummnase am Anfang nur ein Stückchen Welt am Bühnenrand. Dort führt eine steile Holzstiege in ihre Hexenküche hinauf, wo ihr der Teufel Herbert Makkaroni (Sara Klemm) widerwillig assistiert. Auch bei seinem Namen ist das Lustige mit dem Unheimlichen der Figur verquickt.

Die Hexe ist immer auch eine Spur lächerlich, wie sie mit Kinderstimme giftet, gleichzeitig ist sie aber stets die kleine Supernarzisstin am Rande des Wutausbruchs, nur leider kontrollierter als Rumpelstilzchen, das sich am Ende bekanntlich vor Wut selbst entzwei reißt. Aber zumindest vorläufig ist ihr Allmachts anspruch wirksam genug.

Im Zentrum der Bühne aber tummelt sich ein buntes Völkchen. Diese Gaukler führten dem begeisterten Publikum (allein am Samstag kamen etwa 120 Zuschauer) bezaubernd kuriose Kunststückchen vor: „Die lustige Nina und Pauline“ begeistern als Clownspärchen; Kunstreiter Jonas posiert formvollendet auf einem wackeren hölzernen Steckenpferdchen. Und Peter, der Pantomime, orientiert sich mit seinen schwarz verschatteten Augen an den Sternen.

„Wie fröhlich die sind! Ich könnte ausrasten!“, kreischt die Hexe, als Teufel Herbert ihr das lustige Treiben der Gaukler schildert, das er in der Kristallkugel der bösen Frau erblickt hat. Als sie es schafft, dass fast alle Gaukler von ihrer Zaubersuppe kosten, ist es, als wäre alle Fröhlichkeit aus der Welt gewichen. Fortan müssen sie für die Hexe rackern.

Doch zwei der lustigen Artisten entgehen dem bösen Fluch und begeben sich auf die titelgebende Reise, um ihre Gefährten aus dem Bann der Hexe zu befreien.

Zuvor betätigen sich die kleinen Mimen selber als Kulissenschieber und machen sogar die kleinen Umbaupausen spannend, wenn beispielsweise plötzlich zwei neue Figuren mit roten Zipfelmützchen sichtbar werden.

Tatsächlich werden sie im Wald des zweiten Bühnenbilds als Zwerge auftreten – zwar niedlich, aber ohne Durchblick: Denn wie Papageien wiederholen sie nacheinander bloß, was der jeweils Nächstgrößere gesagt hat. Aber die Zwerge sind nicht die einzige Überraschung: Bienen, Blumen, eine berüchtigte Hornisse, Adler, Moorgeister, Irrlichter, Frösche und sogar der Wind ziehen in wunderbaren Kostümen am hingerissenen Publikum vorbei, bis das Stück, wie alle Märchen, trotz aller Hexenränke noch zu einem guten Ende findet.

Kindertheater: „Die bunten Rampenlichter“ holten das gestohlene Glück zurück
„Die Reise zum gestohlenen Glück“ geht nur weiter, weil die Bienen (im gelb-schwarzen Kostüm) Rat wissen. Die Pfäffinger Kindertheatergruppe „Die bunten Rampenlichter“ begeisterte die Premierenbesucher am Samstagnachmittag in der Alten Kelter. Die Holzstiege rechts führt direkt in die Hexenküche.Bild:Metz

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16.06.2015, 12:00 Uhr

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