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Kinski - Jesus Christus Erlöser

Und siehe, die Letzten werden die Ersten sein: Kinski triumphiert dann doch.

Und siehe, die Letzten werden die Ersten sein: Kinski triumphiert dann doch.

Kinski - Jesus Christus Erlöser

© null 00:18 min

JESUS CHRISTUS ERLÖSER - Dokumentarfilm
Deutschland

Regie: Peter Geyer
Mit: Klaus Kinski

- ab 12 Jahren

Tagblatt-Wertung

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23.11.2015
  • wit

Ein denkwürdiger Tag, dieser 20. November 1971. In der Berliner Deutschlandhalle sucht ein bleicher, hohlwangiger Gottseibeiuns nach Jesus Christus. Nicht nach dem Heiland in Kirchenfasson, sondern nach dem unduldsamen Rebellen, der Reizfigur. Und bald schon findet sich Klaus Kinski, als Apostel des gekreuzigten Underdogs, seinerseits in der Erlöser- und Erleiderrolle wieder: Ein grandioses Stück wahrhaftiges Theater, zwischen Exerzitium, Exorzismus, Großreinemachen und Publikumsbeschimpfung, das der Kinski-Nachlassverwalter und ehemalige Tübinger Jurastudent Peter Geyer jetzt fürs Kino ausgegraben und zusammengeflickt hat.

Kinskis Antichristmesse, die das Evangelium mit obszönem Rimbaud- und Bataille-Furor beim manchmal unfrommen Wort nimmt, prallt an diesem Abend auf eine unheilige Allianz aus Sit-in-gestählten Apo-Dumpfbacken („Klaus Kinski, Faschist“, werden sie skandieren) und empörten Rechtgläubigen, die Kinskis Zweifel und Verzweifeln am protest-resistenten Gottvertrauen als eine Mischung aus Häresie und Hysterie empfinden. So kommt‘s zwangsläufig zum Tumult, zum Skandal: Menschensohndarsteller Kinski, der seinen Ruf damals durch aasig-glasige Psychopathenrollen noch etwas stark ramponiert hatte, verliert angesichts der feindselig-brunzdummen Störmanöver zunehmend die Fassung.

Wer erlöst ihn von diesem Übel? Mit Jesus-Sätzen wie Peitschenhieben treibt Kinski, der begnadete Choleriker vor dem Herrn, all die verbalen Steinewerfer und Schweinepriester aus seinem Tempel. Um schließlich doch zu triumphieren: Die Veranstaltung scheint längst gesprengt, da steigt Kinski, der Erlöser, um Mitternacht zu einigen übermüdeten Jüngern herab ins Parkett und bringt die Vorstellung ungestört zu Ende. Das Gute siegt. Und Geyer, schnitttechnisch übrigens unterstützt vom Tübinger Konrad Bohley, ist ein packendes Zeitdokument geglückt.

Spielplan

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23.11.2015, 12:00 Uhr | geändert: 07.08.2009, 12:00 Uhr

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16.08.2008

12:00 Uhr

Stan schrieb:

Kinski ist wahnsinnig.



28.07.2008

12:00 Uhr

euro schrieb:

grosses kino, perfektes theater, das einen nochmal einen kurzen moment an die suggestive kraft von kunst glauben lässt.



30.06.2008

12:00 Uhr

Marco-Alexander schrieb:

Eine wortgewaltige, zeitlose Predigt - die Bühne wird zur Kanzel; Kinskis Zunge zur Geißel, die die Spreu verbal und provokativ vom Weizen trennt. Eine intellektuelle Katharsis, die sehr wohl zwischen dem Buchstaben und dem Herz des Gesetzes zu unterscheiden vermag!



27.06.2008

12:00 Uhr

Stephan schrieb:

Grandios.



24.06.2008

12:00 Uhr

Beate schrieb:

kinski pur! muss man aber mögen! ich fand`s klasse!!



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