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Ex-Arbeitgeber holt sich 3,2 Millionen zurück

Kirch-Affäre: Breuer zahlt an Bank

Gut 900 Mio. Euro zahlte die Deutsche Bank, um den Streit mit den Kirch-Erben beizulegen. Etwas davon holt sie sich von Ex-Bankchef Breuer zurück.

01.04.2016
  • ROLF OBERTREIS

Frankfurt. 3,2 Mio. EUR muss Ex-Deutsche Bank-Chef Rolf Breuer für einen fatalen Satz zahlen. Vor 14 Jahren hatte er in einem Interview die Kreditwürdigkeit des Medienunternehmers Leo Kirch bezweifelt. Die Bank musste daraufhin rund 930 Mio. EUR Schadenersatz leisten. Einen Teil des Geldes holt sie sich jetzt bei Breuer zurück. Anfang März hat sie sich mit ihm auf einen Vergleich geeinigt, wie aus der Einladung zur Hauptversammlung am 19. Mai in Frankfurt hervorgeht.

Zudem zahlen die Haftpflichtversicherungen für die Manager der Bank im Rahmen eines weiteren Vergleichs rund 90 Mio. EUR. Unter dem Strich bleibt der Bank trotz der Vereinbarungen ein Schaden von 835 Mio. EUR zuzüglich von Anwaltskosten in vermutlich erheblicher zweistelliger Millionenhöhe. Im Februar 2014 hatte das Geldhaus exakt 927 852 739,72 EUR als Entschädigung an Kirch überwiesen, nachdem das Oberlandesgericht München Breuer und die Bank Ende 2012 zu Zahlungen verpflichtet hatte.

Den mittlerweile 78jährigen Breuer kosten die Äußerungen rund das Dreifache seines Jahresgrundgehalts, das er in seiner Zeit als Vorstandssprecher der Bank von 1997 bis 2002 erhalten hatte. "Was alles man darüber lesen und hören kann, ist ja, dass der Finanzsektor nicht mehr bereit ist, auf unveränderter Basis noch weitere Fremd- oder gar Eigenmittel zur Verfügung zu stellen", hatte Breuer im Blick auf die Lage der Kirch-Mediengruppe am 3. Februar 2002 gegenüber dem TV-Sender Bloomberg gesagt. Im April war Kirch tatsächlich pleite, im Mai 2002 erhob Leo Kirch Schadensersatz-Klage gegen Breuer und die Bank und machte sie für den Zusammenbruch seiner Firma verantwortlich. "Der Rolf hat mich erschossen", behauptete der 2011 verstorbene Unternehmer immer wieder.

Die Prozesse zwischen ihm und seinen Erben und der Bank zogen sich über zehn Jahre bis Dezember 2012 hin. Damals entschied das Oberlandesgericht in München, dass Breuer und die Bank tatsächlich zahlen müssten. Zeitweise hatte Kirch bis zu 3,6 Mrd. EUR Schadensersatz gefordert. Im Frühjahr 2012 hatte sich der damalige Vorstandschef Josef Ackermann mit der Witwe Kirchs auf einen Vergleich in Höhe von 812 Mio. EUR geeinigt, doch der Vorstand der Deutschen Bank lehnte das ab.

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01.04.2016, 06:00 Uhr

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