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Kissenschlachten verboten
Prügeln sich offenbar gern: Kadetten an der West Point-Akademie. Foto: afp
Militärakademie West Point zügelt ihre Kadetten

Kissenschlachten verboten

Die US-Militärakademie West Point verbietet Kissenschlachten. Rekruten hatten sich bei diesen Balgereien so sehr verletzt, dass einige von ihnen mit Gehirnerschütterungen vom Feld gingen.

28.11.2015
  • JOHN DYER

Boston. Kissenschlachten sind in US-Studentenheimen ein Weg, um nach harten und aufreibenden Pauk-Tagen Dampf abzulassen. Auch bei den Studenten an der Militärakademie von West Point über dem Hudson River im Bundesstaat New York. Doch bei einer dieser Rangeleien wurde am 20. August "Schlacht" allzu wörtlich genommen. Das Ergebnis: 30 teils schwer Verletzte. Unter anderem gab es 24 Gehirnerschütterungen, einen Beinbruch und ausgerenkte Schultern.

Jetzt sind an der wichtigsten Offiziersschule des Landes Kissenschlachten verboten. "So etwas war niemals offiziell erlaubt. Jetzt ist es offiziell verboten", erklärte der Chef von West Point, Generalleutnant Robert Caslen. Der General kündigte eine genaue Untersuchung an und die Bestrafung der Verantwortlichen. Er werde "angemessene Massnahmen" ergreifen, sowohl gegen dienstältere Soldaten wie gegen Kadetten, "um die klare Botschaft auszusenden, dass diese Art Benehmen in der höchsten Militärakademie unserer Nation nicht toleriert wird".

Im ersten Jahr werden die Kadetten in West Point von ihren dienstälteren Kameraden "Plebe" genannt. Und die Plebes waren Hauptakteure in einem Video, das bei der Schlacht über dem Hudson im August aufgenommen wurde.

Das Video und der von General Caslen vorgelegte Bericht bestätigen, dass einige der Plebes harte Gegenstände in ihre Kissen steckten, um härter zuschlagen zu können. Einer brachte sogar einen Stahlhelm darin unter. Laut Bericht hat einer der Kadetten einen anderen mit einem gefüllten Kissen zu Boden gestreckt. Ein anderer wurde bewusstlos geschlagen, einem wurde mit einem Helm die Nase gebrochen.

Viele der Kadetten hatten Helme aufgesetzt und sich mit Knie- und Armschützern gewappnet. Die älteren Semester sahen aus den Fenstern der Schlacht zu und feuerten jeden flüchtenden Plebe an, immer wieder in das Getümmel zurückzukehren. Die älteren Studenten der Akademie, an der nicht nur Militärisches, sondern auch Kunst und Wissenschaft gelehrt wird, heizten die Stimmung zusätzlich an, indem sie Milchtüten, Wasserflaschen und Obst hinunter warfen.

Die Kissenschlachten an West Point sind in den vergangenen Jahren zum Ritual erklärt worden, das es seit hundert Jahren gebe. Das ist aber falsch. Zum ersten Mal gab es einen Bericht darüber im Jahre 2001. Bemerkenswert am Bericht von General Caslen ist der Hinweis, dass wohl deutlich mehr Verletzungen festgestellt worden wären, hätten zivile und nicht die Militärärzte die Schlachtteilnehmer untersucht.

Immerhin: Alle verletzten Kadetten sind inzwischen wieder im Dienst.

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28.11.2015, 08:30 Uhr

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