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Klartext in der Art von Donald Trump
Ringt um Aufmerksamkeit: Fridi Miller Foto: Stampe
OB-Wahl

Klartext in der Art von Donald Trump

Gegen Amtsinhaber Vöhringer tritt in Sindelfingen die schrille „Aufdeckungspolitikerin“ Fridi Miller an.

28.04.2017
  • RAIMUND WEIBLE

Sindelfingen. Sie sind beide fast gleich alt, sie 48, er 49. Aber der amtierende Oberbürgermeister von Sindelfingen legt Wert auf einen seriösen Auftritt mit dunklem Anzug und grüner Krawatte. Sie trägt zur engen schwarzen Hose ein schwarzes, ärmelloses Top, darauf ein Peace-Zeichen.

Bernd Vöhringer (CDU) hakt, ganz Routinier, Punkt für Punkt die kommunalpolitischen Themen ab. Friedhild „Fridi“ Miller haut auf den Putz. Sie ist das Enfant terrible Sindelfingens, und jetzt tritt sie an mit dem Ziel, ihren Lieblingsfeind Vöhringer aus dem Sattel zu heben. Am 7. Mai ist Wahl in Sindelfingen.

Fridi Miller nennt sich selbst „Aufdeckungspolitikerin“, kommt aber eher rüber als jemand, der auf Teufel komm raus Aufmerksamkeit erreichen will. Ihren weißen Mini hat sie mit „Merkel muss weg“-Aufklebern beklebt. Die Familienhelferin wähnt sich von einer „kriminellen Vereinigung“ verfolgt, die ihr die Tochter weggenommen habe. In den Kreistag hat sie es nicht geschafft, weil angeblich die Wahlen gefälscht worden seien. Miller fühlt sich als Schwester von Donald Trump. „Wir haben eine ähnliche Karriere hinter uns“, erzählt sie den Leuten bei der Vorstellungsrunde im Bürgerhaus Maichingen. Warum? „Wir haben beide unser Geld mit Immobilien gemacht – und beide reden wir Klartext.“

Ihrem Kontrahenten wirft Miller Lügen vor. Der sagt nur zwei Sätze über seine Gegnerin. Der erste: „Ich lasse mich nicht abschrecken von dem, was ich mir von Frau Miller anhören muss.“ Der zweite: „Sie bewegt sich mit ihren Beleidigungen in einem Bereich, der strafrechtlich verfolgt werden kann.“

Vöhringer hat sich diesen OB-Wahlkampf, seinen dritten nach 2001 und 2009, sicherlich anders vorgestellt. Doch ein Bewerber vom Fach, mit dem er hätte die Klinge kreuzen können, ist nicht aufgekreuzt. Stattdessen muss er die offiziellen Vorstellungsrunden mit Fridi Miller bestreiten.

„Ich tue mich unendlich schwer damit, Sie ernst zu nehmen“, sagt ein Fragesteller zu Fridi Miller. Kurz zuvor hatte sie behauptet, sie könne gut Oberbürgermeisterin und Bundeskanzlerin zugleich sein. Raimund Weible

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28.04.2017, 06:00 Uhr

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