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Kleiner Barron, große Bühne
Im Rampenlicht und vermutlich nicht allzu glücklich damit. Barron mit Mutter Melania Trump. Foto: afp
Medien

Kleiner Barron, große Bühne

Chelsea Clinton dürfte ahnen, wie Donald Trumps Sohn sich fühlen muss. Die Klatschpresse hat den zehnjährigen Präsidenten-Spross fest im Visier.

26.01.2017
  • PETER DETHIER

Er genießt Privilegien wie kaum ein anderer Zehnjähriger auf dem Erdball. Gleichwohl wirkt Barron Trump, der jüngste Sohn des neuen US-Präsidenten, nicht dankbar, sondern meist müde und gelangweilt. Während Vertreter der Unterhaltungsindustrie das lustig finden und für Fotos einen hohen Preis zahlen, steht dem jüngsten Trump-Sprössling ausgerechnet Chelsea Clinton zur Seite. Sie zog mit nur 12 Jahren ins Weiße Haus ein und kennt das Gefühl, als Kind im Rampenlicht der Massenmedien aufzuwachsen.

Die Bilder kennt man mittlerweile: Ob Trump zum Präsidentschaftskandidaten nominiert wird, später mitten in der Nacht seine Siegesrede hält oder nach der Inauguration kämpferisch verspricht, dass nun die Devise „Amerika zuerst“ gelten wird: Wenn sein Vater das Podium betritt und sich im Applaus sonnt, wirkt Barron desinteressiert und abgelenkt. Er gähnt, rollt mit den Augen, lässt den Kopf hängen oder fummelt nervös mit den Fingern. So, als wolle er seine Eltern wissen lassen: Ich habe hier nichts zu suchen.

Entertainer haben sich über die Mimik mokiert und mussten das büßen. Katie Rich etwa, Comedian und Gag-Autorin der Comedy-Show „Saturday Night Live“, schrieb auf Twitter, dass Barron der „erste Schul-Amokläufer sein werde, der zu Hause unterrichtet wird“. Fast 80 000 empörte Menschen unterschrieben eine Petition, die verlangte, das Rich entlassen wird. Sie wurde beurlaubt.

Kaum besser erging es der populären Schauspielern Julie Bowen, die sich auf Instagram über die undisziplinierten Gesichtsausdrücke des Präsidentensohnes lustig machte. Auch sie geriet in die Kritik und nannte ihre Äußerungen später „unverzeihlich.“

Auf den Wirbel um seinen jüngsten Sohn reagierte der neue Präsident ungewohnt sachlich. Er ließ das Weiße Haus lediglich eine Erklärung veröffentlichen. Es gebe „eine lange Tradition, wonach den Kindern von Präsidenten die Gelegenheit gegeben wird, außerhalb des politischen Scheinwerferlichts aufzuwachsen, und wir erwarten, dass diese Tradition fortgesetzt wird“.

Rückendeckung bekam Barron ausgerechnet von Chelsea Clinton, der Tochter jener Kandidatin, mit der Donald Trump sich das bitterste politische Duell in der US-Geschichte geliefert hatte. „Barron Trump verdient wie jedes andere Kind die Chance, ein Kind zu sein“ forderte sie auf Twitter. Süffisant fügte Chelsea aber hinzu: „Für jedes Kind einzutreten bedeutet aber auch, dass man die Politik eines Präsidenten ablehnt, wenn diese Kindern schadet.“

Kritiker meinen jedenfalls, dass die Schuld an dem Rummel den eitlen Präsidenten selbst trifft. Er lasse keine Gelegenheit aus, um seinen Sohn, der dem 70-Jährigen wie aus dem Gesicht geschnitten ist, vor die Kameras zu zerren, selbst wenn es drei Uhr morgens ist. Ruhiger wird es um den kleinen Barron nun wohl kaum werden, auch nicht in New York, wo er am Mittwoch den ersten Schultag seit der Inauguration absolvierte.

Eltern von Klassenkameraden in der elitären Privatschule Columbia Grammar und Preparatory School beschweren sich bereits über die Kolonne an Limousinen, die den Zehnjährigen jeden Morgen in die Schule begleiten und den Verkehr aufhalten werden. Melania Trump wird Mühe haben, den „kleinen Donald“, wie sie Barron wegen der Ähnlichkeit mit seinem Vater nennt, vor den Paparazzi zu beschützen.

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26.01.2017, 06:00 Uhr

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