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Klimagipfel: Große Worte und kleine Schritte
Mit E-Bikes sind zwei Umweltschützer nach Marrakesch gefahren. Umweltministerin Hendricks empfängt sie. Foto: WWF/LichtBlick Michael Schehl/LichtBlick SE/obs
Treibhausgase

Klimagipfel: Große Worte und kleine Schritte

Vor einem Jahr ist der Welt beim Klimaschutz der große Wurf gelungen. Auf der Folgekonferenz sollte es etwas ruhiger zugehen. Doch dann kam die Wahl von Donald Trump.

19.11.2016
  • DPA

Marrakesch. John Kerry weiß, was die Klimaschutzminister in Marrakesch wissen wollen. „Lasst uns über den Elefanten im Raum reden“, soll der scheidende US-Außenminister Teilnehmern zufolge gesagt haben. Der Elefant heißt Donald Trump, ein Mann, der nicht an menschengemachten Klimawandel glaubt und im Januar US-Präsident wird.

Doch die Klimadiplomaten aus fast 200 Ländern machten auf der Konferenz überdeutlich, dass sie notfalls auch ohne die USA unbeirrt weitermachen wollen – jetzt erst recht. „Diese globale Einigkeit schien einst undenkbar, aber ist sie unaufhaltbar geworden“, unterstreicht UN-Generalsekretär Ban Ki Moon. Ins öffentliche Interesse rückt China, weltgrößter Treibhausgas-Produzent, zweitgrößte Volkswirtschaft und zuletzt mit den USA entscheidender Treiber im Klimaschutz.

Bundesumweltministerin Barbara Hendricks lobt die Leistung Chinas auf der UN-Konferenz als „herausragend gut“. Die Deutschen wünschen sich, dass Europa die Lücke füllt, die die USA wohl reißen werden. Hendricks, die zu Hause bis vor ihrer Reise um den Klimaschutzplan kämpfen musste, fordert einen „engen Schulterschluss“ Europas mit China. EU-Klimakommissar Miguel Arias Cañete verspricht: „Wir werden so viele Verbindungen wie möglich mit anderen Ländern wie China etablieren.“

Dass ein bisschen die Luft raus sein würde nach dem gewaltigen Jubel von Paris, das war abzusehen. Ein bisschen was Konkretes gibt es aber doch. Fast 50 Staaten erklären, dass sie bis 2050 nur noch auf Ökostrom setzen wollen. Es sind hauptsächlich Entwicklungs- und Schwellenländer. Gastgeber Marokko ist dabei. Sie wollen zudem mehr Hilfen für die Anpassung an den nicht mehr vermeidbaren Klimawandel, zu dem sie selbst am wenigsten beigetragen haben. Es geht eben nicht nur um Treibhausgase, es geht auch um Gerechtigkeit.

Bleibt die Frage, was die zwei Wochen dem Weltklima gebracht haben. Ein wenig habe das Ganze als „Selbsthilfegruppe“ für eine verunsicherte Weltgemeinschaft nach der Trump-Wahl gedient, sagt Hans Joachim Schellnhuber vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK). Das zumindest hat funktioniert. dpa

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19.11.2016, 06:00 Uhr

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