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Zahl der Übernachtungen sinkt

Kloster Kirchberg verzeichnet Einbußen / Tagungsräume in der Oberen Scheuer geplant

Das Ziel von 17 000 Übernachtungen hat das Kloster Kirchberg 2014 nicht erreicht. Für eine bessere künftige Auslastung setzt das Tagungshaus auf einen größeren Produktmix und neue Veranstaltungen. Während die 67 Gästezimmer reichen, benötigt das Berneuchener Haus mehr Tagungsräume. Hierzu soll die Obere Scheuer ausgebaut werden.

06.11.2015
  • cristina priotto

Kirchberg. Vom Rekordjahr 2013 mit 18 427 Übernachtungen war 2014 weit entfernt: Nur 16 873 Übernachtungen wurden gezählt, das gesteckte Ziel mit 17 000 konnte somit nicht erreicht werden. Der Plan für 2015 ging von 17 800 Übernachtungen aus, wurde wegen des negativen Trends aber auf 16 500 angepasst. „Wir rechnen damit, diese Zahl zu erreichen“, zeigte sich der kaufmännische Kirchberg-Leiter Lothar Hölzle am Donnerstag beim Pressegespräch zuversichtlich. Schwierig war vor allem der Sommer: Mit 630 Übernachtungen weniger als geplant musste die Einrichtung allein im August auskommen. Schuld daran waren laut Hölzle vor allem Straßensperrungen und Baustellen.

Rückgänge mussten wegen der Sperrungen und Umleitungen auch der Klosterladen (minus neun Prozent) und die Schenke (minus sechs Prozent) verzeichnen.

Um trotz der Einbußen ein wenigstens ausgeglichenes Ergebnis zu erzielen, muss das Kloster Kirchberg auf einen größeren Produktmix setzen: Bislang waren 33 Prozent eigene Veranstaltungen, 28 Prozent kirchliche Gruppen, 16 Prozent Wirtschaftsgruppen, 13 Prozent gemeinnützige Gruppen und zehn Prozent Einzelgäste.

Da die Gäste meistens nur noch einen Tag bleiben, sieht Hölzle keine Chance, die Zahl der Übernachtungen zu steigern. Für neue Zusatzeinkünfte sollen mehr Angebote für fremde Gruppen wie etwa Grillabende gemacht werden. „Wir sind ein Tagungshaus und kein Hotel, und das soll auch so bleiben“, betonte der kaufmännische Leiter. Lothar Hölzle weiß aber, dass die Übernachtungsgäste einen gewissen Standard erwarten – eine Herausforderung bei einem denkmalgeschützten Gebäude.

Da es an Tagungsräumen mangelt, soll die Obere Scheuer ausgebaut werden. Derzeit läuft die Abstimmung mit dem Land Baden-Württemberg als Eigentümer wegen der Finanzierung. Geplant ist in dem zurzeit als Lager genutzten Gebäude die Unterteilung des Erdgeschosses in drei Räume. Im Obergeschoss soll ein Meditationsraum entstehen, außerdem soll die Uhrig-Ausstellung von der Unteren in den ersten Stock der Oberen Scheuer umziehen. Dank eines Aufzugs wird nach dem Umbau auch die höhergelegene Etage barrierefrei zugänglich sein. Die Finanzierung und Genehmigung sollen noch 2016 unter Dach und Fach sein, der Baubeginn wird für 2017 angestrebt, der Einzug soll 2018 erfolgen. Bis dahin wird das Lesezimmer für Seminare genutzt.

Investiert hat das Berneuchener Haus im vergangenen Jahr unter anderem in einen neuen Hausbus, ein Schneeschild, zwei mobile Buffet-Tische und einen Gäste-PC.

Mit 50 Mitarbeitern, verteilt auf 21 Stellen, davon fünf in Vollzeit, ist die Einrichtung ein wichtiger Arbeitgeber in der Region. Neu hinzugekommen sind im Lauf des Jahres Hauswirtschaftsleiterin Margret Bohn, die FSJler Nadine Dieterle, Johannes Lotz und Daniel Maier sowie Hauswirtschafts-Auszubildende Lisa Müller. 2014 herrschte an 361 Tagen Betrieb.

Der spirituelle Bereich ist wichtig: Als geistliches Zentrum der Berneuchener Gemeinschaft fanden 2014 viele Michaelsfeste und Konvente auf dem Kirchberg statt.

Die Mitgliederzahl im Verein Berneuchener Haus liegt aktuell bei 598: Den 19 Eintritten von Anfang 2014 bis Ende Oktober 2015 standen 39 Austritte gegenüber. Hölzle rechnet wegen des demografischen Wandels langfristig mit einem Einpendeln bei 500.

Das geplante Kolumbarium, Urnenstelen für verstorbene Mitglieder, soll östlich der Johanniskirche entstehen. Die Stadt Sulz muss den Bau allerdings noch genehmigen.

Geteilte Meinungen zu Knubben-Ausstellung

Einige Besucher des Kirchbergs mögen sich gewundert haben, dass die Skulpturen von Jürgen Knubben aus der Reihe „Twins“ noch stehen, obwohl die Ausstellung eigentlich am 25. Oktober endete. Der Bildhauer aus Rottweil habe noch keine Zeit gehabt, seine Werke wieder abzuholen, teilte Dagmar Kötting, auf dem Kirchberg für Öffentlichkeitsarbeit zuständig, mit. Bei Gästen und Ausflüglern riefen die Plastiken eine gemischte Resonanz hervor: „Manche fanden, das verändere den Blick auf das Konventgebäude total, andere waren begeistert“, berichtete der geistliche Kirchberg-Leiter Matthias Gössling über geteilte Meinungen. Das Land Baden-Württemberg muss noch entscheiden, ob zwei der Figuren auf der Wiese als Dauerleihgaben bleiben dürfen.

Siehe auch den Bericht über das Jahresprogramm „Aufatmen 2016“ auf der zweiten Seite der Sulzer Chronik.

Kloster Kirchberg verzeichnet Einbußen / Tagungsräume in der Oberen Scheuer geplant

Kloster Kirchberg verzeichnet Einbußen / Tagungsräume in der Oberen Scheuer geplant
In der 1824 erbauten Oberen Scheuer sollen im Erdgeschoss drei Tagungsräume und oben ein Meditationsraum entstehen. Angestrebter Baubeginn ist 2017.

Als Tagungshaus
verfügt das Kloster Kirchberg derzeit über 67
Zimmer mit 114 Betten.

Für Flüchtlinge eignen sich die Räume jedoch aus mehreren Gründen nicht: Erstens reichen die Zimmer schon jetzt nicht für den Eigenbedarf, weshalb einige Übernachtungsgäste sogar in Hotels der Umgebung ausweichen müssen, zweitens ist die Lage wegen der Infrastruktur ungünstig für die Integration.
Für Ehren- und Hauptamtliche, die in der Flüchtlingsarbeit tätig sind, plant die Einrichtung jedoch in Zusammenarbeit mit der Diakonie
Angebote zu Themen wie Umgang mit traumatisierten Asylbewerbern.

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06.11.2015, 12:00 Uhr

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