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Allem Tun geht das Handwerk voraus

Knapp 200 Junghandwerker bekamen bei der Lossprechung ihren Gesellenbrief

Nach dreijähriger Ausbildung wurden am Freitag rund 200 Junghandwerker in den Gesellenstand erhoben. Auch die großen politischen Themen lagen bei der traditionellen Lehrabschlussfeier nicht fern.

01.11.2015
  • Philipp Koebnik

Tübingen. Eine Schubkarre stand auf der Bühne, daneben Leitern, eine Schaufel, eine Farbrolle und anderes Gerät. So hatte die Kreishandwerkerschaft die Bühne im Sparkassen-Carré dekoriert, wo am Freitagabend knapp 200 junge Leute ihren Lehrabschluss feierten.

„Wir schaffen das“ – diese Formel prägte den Abend. „Manche mögen ungute Gefühle haben, wenn sie das hören, dennoch soll das unser Motto sein“, sagte Kreishandwerksmeister Norbert Schnitzler. Er beglückwünschte die angehenden Handwerker für das Erreichte: „Sie haben es geschafft – in diesen schwierigen Zeiten, wo viele sich fragen, ob wir das schaffen.“ Die Eigenschaft, anzupacken, wünsche er sich auch von manchen Politikern.

Schnitzler erinnerte an den Berufsinformationstag vergangene Woche im Landratsamt. Nicht nur stellten sich dort Handwerksbetriebe den Jugendlichen vor, es seien auch Kontakte zwischen Betrieben und Flüchtlingen entstanden. „Ich habe das miterlebt und muss sagen: Ich habe keine Angst vor der Zukunft.“ Zwar werde es sicher Schwierigkeiten geben, doch könne man diese gemeinsam überwinden. Zuwanderung biete „Chancen für die gesamte Gesellschaft“.

Jürgen Ferber, Vorstandsmitglied der Kreissparkasse Tübingen, betonte die Herausforderungen der digitalen Welt. Das Internet werde auch kleine Betriebe verändern – Stichwort „Handwerk 4.0“. Die Aufgeschlossenheit der jungen Menschen den neuen Medien gegenüber böten beste Voraussetzungen, um „diese dauerhafte Herausforderung“ zu meistern.

„Allem Leben, allem Tun, aller Kunst muss das Handwerk vorausgehen“, zitierte Landrat Joachim Walter Goethe, um die Bedeutung handwerklicher Berufe für die Gesellschaft hervorzuheben. „Ohne Handwerk wären wir im Alltag alle ganz schön aufgeschmissen.“Der Kabarettist Frank Sauer machte sich zur allgemeinen Erheiterung mit „Mundwerk trifft Handwerk“ über mangelnde Pünktlichkeit und Faulheit lustig.

Acht Junghandwerker wurden von ihrer Innung mit einem Reisegutschein im Wert von 200 Euro für die beste Gesellenprüfung in ihrem Gewerk ausgezeichnet. Die gesamtbeste Junghandwerkerin Sina Fath erhielt den Ehrenpreis der Bezirksvereinigung der Volksbanken und Raiffeisenbanken, der gesamtbeste Junghandwerker Patrick Hohbach bekam den Ehrenpreis der Kreissparkasse Tübingen; beide im Wert von 1500 Euro. Schließlich sprach Schnitzler die jungen Leute von den Pflichten ihres Ausbildungsvertrags frei und erhob sie in den Gesellenstand. Zum Schluss sangen alle die Nationalhymne, bevor sie beim kalten Büffet miteinander ins Gespräch kamen.

Knapp 200 Junghandwerker bekamen bei der Lossprechung ihren Gesellenbrief
So wie diese jungen Elektriker erhielten am Freitag knapp 200 Ausgelernte ihren Gesellenbrief (links: Herbert Biesinger, Obermeister der Elektro-Innung). Bild: Franke

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01.11.2015, 12:00 Uhr

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