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KZ Gedenkstätte Hailfingen-Tailfingen

Knapp 5000 Gedenkstätten-Besucher in drei Jahren

Der Bericht des Vereins „KZ Gedenkstätte Hailfingen- Tailfingen“ war Thema im Verwaltungsausschuss am Donnerstag.

20.10.2012
  • Martin Zimmermann

Rottenburg. 4800 Besucher seien seit Gründung der Gedenkstätte am 10. Juni 2010 nach Hailfingen-Tailfingen gekommen, berichtete Volker Mall. 900 Besucher waren es in diesem Jahr. Einmal im Monat finde eine Veranstaltung im zum KZ-Dokumentationszentrum umgewandelten ehemaligen Rathaus von Tailfingen statt, berichtete Mall. „Überraschenderweise kommen zu diesen Abenden ziemlich viele Zuhörer, etwa 30 bis 50“, so Mall. Ebenso überraschend sei für die Initiatoren der Gedenkstätte gewesen, wie wichtig es den Nachfahren der Opfer sei, den Namen ihrer Angehörigen zu lesen. „Wir haben erlebt, wie die Tochter den Namen des Vaters geküsst hat. Das war schon ergreifend.“

55 Schulklassen hätten an Seminaren der Gedenkstätte teilgenommen – allein 19 davon in diesem Jahr. „Bei den Gymnasien funktioniert es schon ganz gut, an den Realschulen müssen wir noch arbeiten, sagte Mall. Einen Grund für den Erfolg der Gedenkstätte sieht er auch in der Berichterstattung durch den ehemaligen TAGBLATT-Redakteur Willibald Ruscheinski: „Er war uns sehr gewogen.

Mehrere Gemeinderäte wollten wissen, ab welcher Klassenstufe ein Besuch Sinn mache. „Ab Klasse 9“, empfahl Mall. Er habe allerdings auch schon sehr interessierte Siebtklässler der Gedenkstätte gehabt. Fünf Lehrerfortbildungen hätten stattgefunden, außerdem habe man 15 Jugendliche zu Jugend-Guides ausgebildet, die durch die Gedenkstätte führten. Gleichzeitig gehe Malls Forschungsarbeit nach Überlebenden und ihren Angehörigen weiter. „Im August habe ich eine Tochter und eine Enkelin eines niederländischen Häftlings aufgespürt“, sagte Mall. Er selbst habe Angehörige der Opfer in Rom und Nizza, sein Mitstreiter Harald Roth ehemalige Häftlinge in Israel besucht.

Im Sommer kam es am Mahnmal zu einem Zwischenfall, als zwei 15-jährige ihre Vornamen und einen Judenstern ans Mahnmal kritzelten. Mall berichtete, dass man sich mit den reuigen Übeltätern auf Unkrautjäten als Wiedergutmachung geeinigt habe.

Von der Stadt Rottenburg, auf deren Grund zwei Drittel der ehemaligen Landebahn liegen, wünscht sich Mall, dass sie ein Stück des Wegs zur Gedenkstätte schottert, weil viele Besucher mit dem Fahrrad kommen. Außer diesem Feldweg bekommt der Verein kein Geld von der Stadt Rottenburg, dafür aber vom Landkreis Tübingen.

Die Sitzung des Verwaltungsausschuss verlief äußerst harmonisch ohne Zwischenrufe und Diskussionen. Das hatte sich bereits vor der Sitzung angedeutet, als es zwischen SPD-Stadtrat Karl Schneck und CDU-Rat Hermann Sambeth zu einem freundschaftlichen Trikotaustausch kam. Schneck gab Sambeth seinen schwarzen Pullunder bekam dafür dessen roten Pullover so, dass die politische Farbenlehre wieder stimmte.

Knapp 5000 Gedenkstätten-Besucher in drei Jahren

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20.10.2012, 12:00 Uhr

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