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JVAs Rottenburg und Heilbronn

Knastband heizte im Schänzle ein

Am Samstagabend rockte das Schänzle. Mehr als 200 Besucher/innen hörten Rockklassiker von der Band The Freaks.

13.09.2010
  • Katharina Tomaszewski

Rottenburg. Unter dem Motto „Songs and Lyrics“ trugen Inhaftierte und Justizvollzugsbeamte der Justizvollzugsanstalt Rottenburg und Heilbronn unter anderem Songtexte von Eric Clapton, Gary Moore, Bob Dylan und Pink Floyd vor. Das Publikum lernte dank der Übersetzung die Songs von einer anderen Seite kennen, der Eintritt war kostenlos. Danach spielte die Jugendband Flash aus Wurmlingen aktuelle Rock und Pophits.

Was würdest du machen, wenn du alleine bist und keiner an deiner Seite wartet? – so lautet die erste Strophe von Eric Claptons Liebesbekenntnis an „Layla“. Die Version von „The Freaks“ (Anstaltsband der JVA Heilbronn) mit Leadsänger und Vollzugsbeamten Jochen Krack war klasse, dank seiner Clapton ähnlichen und rauchigen Stimme. Seine Bandkollegen Andreas Rasic, David Karatasios und Mathias Ade meisterten die Gitarrenriffs und Schlagzeugsoli so gut wie die Originalinterpreten.

Josef Henninger, Josef Lämmle und Semir Kasumovic von der JVA Rottenburg lasen abwechselnd die deutsche Übersetzung vor, dazu zupfte abwechselnd eines der Bandmitglieder leise auf der Gitarre oder spielte Mundharmonika. Dann folgte das Lied in englischer Originalfassung mit passender Melodie. Hinter „Während meine Gitarre leise weint“ verbirgt sich kein geringerer als George Harrison mit „While my guitar gently wheeps“. Der Songtext handelt von dem Lernen aus Fehlern im Leben. „Würdest du meine Hand nehmen, wenn wir uns im Himmel wieder sehen würden?“ – ist „Tears in Heaven“, wobei Clapton den frühen Tod seines Sohnes verarbeitet. Viele der Texte regten zum Nachdenken an.

Heiner Kondschak moderierte mit Witz und Charme. Er gab zwar vor jeder Darbietung Hintergrundinformationen zu Lied und Sänger, das Publikum musste jedoch anhand der folgenden Textübersetzung meistens raten, um wen es sich handelt. Zu dem Song „Money“ von Pink Floyd könne man wegen dem 7/8 Takt nicht tanzen. „So etwas hört man heutzutage selten oder unfreiwillig auf einem Howard Carpendale Konzert“, scherzte Kondschak.

Der Rottenburger Vollzugsbeamte Gerhard Brüssel hatte die Idee zu dem Konzert, das zum ersten Mal in dieser Form stattfand. „Wir wollten die JVA am kulturellen Leben in Rottenburg teilhaben lassen und das Schänzle wiederbeleben“, sagte er. Dies ist ihm auch gelungen, mehr als 200 Zuhörer/innen säumten die Bühne am Schänzle. Als Zugabe erklatschte sich das Publikum „Lay down Sally“ von Eric Clapton. Danach übernahm die Band Flash aus Wurmlingen die Bühne.

Knastband heizte im Schänzle ein
Gefangene und Gefängnispersonal aus Heilbronn und Rottenburg gaben ein Konzert im „Schänzle“. Bild: Faden

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13.09.2010, 12:00 Uhr

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