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Finanzen

Koalition erhöht Steuerbonus für Handys und Laptops

Selbstständige und viele Angestellte können bald höhere Ausgaben geltend machen. Der Finanzminister lässt sich das eine Milliarde Euro kosten.

26.04.2017
  • GUIDO BOHSEM

Berlin. Kurz vor der Bundestagswahl bereitet die große Koalition ein Steuergeschenk für Handwerker, Freiberufler und viele Angestellte vor. Diese sollen von 2018 an jedes Jahr Computer, Laptops, Tablets oder auch teure Smartphones vollständig und sofort von der Steuer absetzen können. Der Staat wird dadurch pro Jahr etwa eine Milliarde Euro weniger einnehmen.

Nach Informationen der SÜDWEST PRESSE werden Union und SPD die Regelung am heutigen Mittwoch im Finanzausschuss beschließen. Konkret wollen sie die Grenzen für „geringwertige Wirtschaftsgüter“ beinahe verdoppeln. Sie liegt derzeit bei 410 Euro.

Die große Koalition weicht damit von einer 2013 getroffenen Vereinbarung ab. Während die SPD für höhere Steuern plädiert hatte, wollte die Union die Steuern senken. Man hatte sich deshalb darauf verständigt, nur unbedingt notwendige Änderungen zu erledigen.

Bei der neuen Grenze von 800 Euro handelt es sich um den Nettowert. Das heißt, die Mehrwertsteuer ist nicht berücksichtigt. Damit können die Steuerzahler künftig Geräte von der Steuer absetzen, die im regulären Handel bis zu 952 Euro kosten. Um in den Genuss des steuerlichen Vorteils zu kommen, müssen die Steuerpflichtigen allerdings nachweisen, dass sie das Gerät für dienstliche Zwecke brauchen. Das ist für Handwerker, andere Selbstständige oder Freiberufler kein größeres Problem. Für Angestellte könnte es etwas schwieriger werden, doch auch sie haben durchaus gute Aussichten, zumindest einen Teil des steuerlichen Vorteils zu erhalten. Das Finanzamt zeigt sich bei dienstlicher Nutzung des privaten Computers großzügig und erkennt eine dienstliche Nutzung von 50 Prozent an, sagte der Berliner Steuerprofessor Frank Hechtner.

Wer derzeit über den Kauf eines Computers oder Handys nachdenkt, sollte damit aus steuerlicher Sicht bis 2018 warten. In der Gesetzesvorlage heißt es, die neue Obergrenze gelte für Güter, „die nach dem 31. Dezember 2017 angeschafft“ werden.

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26.04.2017, 06:00 Uhr

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