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Koalition streitet über Pflegeberufe
Künftig soll es eine einheitliche Ausbildung geben. Foto: Foto CHW/fotolia.com
Soziales

Koalition streitet über Pflegeberufe

Die Reform der Pflegeausbildung droht zu scheitern. Union und SPD können sich nicht auf den richtigen Weg einigen.

25.01.2017
  • DIETER KELLER

Berlin. Eigentlich sollte eine einheitliche Ausbildung in der Kranken-, Kinderkranken- und Altenpflege die Pflegeberufe attraktiver machen. Doch der Gesetzentwurf, den Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) und Familienministerin Manuela Schwesig (SPD) vor einem Jahr vorgelegt hatten, hängt im Bundestag fest, weil Union und SPD über den richtigen Weg streiten.

Bisher hat jedes Bundesland die Ausbildung für sich geregelt. In einigen gibt es sogar noch Schulgeld, allerdings nicht in Baden-Württemberg. Dies soll durch eine Umlage aller Betriebe ersetzt werden. Künftig könnte es eine bundesweit einheitliche dreijährige Ausbildung zur Pflegefachfrau oder -mann geben, die nicht zwischen den drei Einsatzbereichen unterscheidet. Damit entstünde der größte Ausbildungsberuf in Deutschland mit über 133 000 Azubis.

In Krankenhäusern müssten zunehmend demenzkranke Patienten versorgt und in Altenheimen medizinische Behandlungspflege erbracht werden, wurde dies begründet. Kritiker dagegen befürchten, dass Spezialwissen zu kurz kommt. Ein Ziel ist es auch, die Altenpflege attraktiver zu machen, in der deutlich niedrigere Gehälter gezahlt werden als in Krankenhäusern. Zweistellige Zuwachsraten bei Ausbildung und Beschäftigung belegten, dass die Altenpflege heute schon attraktiv sei, entgegnet der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste.

Die Mehrheit in der Union befürwortet, im dritten Ausbildungsjahr eine Spezialisierung einzuführen. Die SPD will das nicht mitmachen: „So erfährt der Beruf keine Aufwertung“, begründet dies ihre gesundheitspolitische Sprecherin Hilde Mattheis aus Ulm. Dagegen hofft der CDU-Gesundheitspolitiker Michael Hennrich auf einen Kompromiss bis Mitte Februar. Die Krankenkassen hatten vorgeschlagen, eine Zeit lang mehrere Ausbildungswege zuzulassen. Dann werde sich der geeignetste durchsetzen. Dieter Keller

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25.01.2017, 06:00 Uhr

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