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Justiz

Koch muss für Missbrauch in Psychiatrie

Das Landgericht Düsseldorf hält den Mann, der einen Zwölfjährigen vergewaltigt hat, für gemeingefährlich.

10.12.2016
  • AFP

Düsseldorf. Wegen Missbrauchs eines zwölfjährigen Schweizer Jungen muss ein Mann aus Düsseldorf auf unbestimmte Zeit in die Psychiatrie – möglicherweise für den Rest seines Lebens. Zudem verurteilte das Düsseldorfer Landgericht den 35-jährigen gelernten Koch gestern zu fünf Jahren Haft. Grund für die unbefristete Unterbringung in einer psychiatrischen Einrichtung ist einer Gerichtssprecherin zufolge, dass der Mann eine erhebliche Gefahr für die Allgemeinheit darstellt.

Das Urteil gegen den Angeklagten Werner C. erging nach drei Prozesstagen, an denen die Strafkammer hinter verschlossenen Türen über den Fall verhandelt hatte. Laut Staatsanwaltschaft hatte C. den zwölfjährigen Paul nach Düsseldorf gelockt und in seiner Wohnung wiederholt missbraucht. Verurteilt wurde der Mann nun wegen schweren sexuellen Missbrauchs in mehreren Fällen, in einem Fall in Tateinheit mit Vergewaltigung.

Nach Angaben von Gerichtssprecherin Elisabeth Stöve wird C. bei Rechtskraft des Urteils ungeachtet der verhängten Haftstrafe in die Psychiatrie gebracht. Eine Vollstreckung der fünfjährigen Gefängnisstrafe käme demnach nur dann in Betracht, wenn der 35-Jährige entgegen allen Erwartungen vor Ablauf von fünf Jahren wieder aus der Psychiatrie entlassen würde.

Der Gerichtssprecherin zufolge bescheinigte ein Facharzt für Psychiatrie in der nicht öffentlichen Verhandlung dem Angeklagten eine verminderte Schuldfähigkeit. Gleichzeitig stellte der Psychiater fest, dass von C. weitere schwere Straftaten zu erwarten seien und er deshalb eine Gefahr für die Allgemeinheit darstelle.

Kontakt über ein Online-Spiel

Die von Gericht daraufhin verhängte Einweisung in die Psychiatrie könne bedeuten, dass C. „eine sehr lange Zeit“ dort untergebracht bleibe, sagte Stöve. In der psychiatrischen Einrichtung werde künftig einmal im Jahr überprüft, ob bei C. die Voraussetzungen für die Unterbringung weiter vorliegen.

Der Angeklagte hatte Erkenntnissen der Ermittler zufolge den Zwölfjährigen zu Jahresbeginn über ein Onlinespiel kennengelernt und sich dabei das Vertrauen des Kinds erschlichen. Am 18. Juni reiste der Düsseldorfer zu einem Treffen mit dem Kind in die Schweiz.

Danach fuhren beide demnach zur Wohnung des 35-Jährigen nach Düsseldorf, wo C. den Zwölfjährigen den Ermittlern zufolge an mehreren Tagen sexuell missbrauchte. Polizeibeamte entdeckten den Jungen schließlich am 26. Juni in der Düsseldorfer Wohnung. afp

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10.12.2016, 06:00 Uhr

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