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Bebenhausen im Namen der Rose

Königin der Blumen lockte 5000 Besucher

Geschnitten, im Topf, auf Tassen oder Hüten und im Prosecco: Die Blüten der meist dornigen Blumen-Schönheit waren beim achten Tübinger Rosenfest in jeder erdenklichen Form gefragt. Trotz widriger Wetterbedingungen kamen etwa 5000 Besucher.

02.07.2012
  • Madeleine Wegner

Bebenhausen. Zentifolia, Damaszener, Gallica und Alba – so heißen die bekanntesten Gruppen historischer Rosen. Alba-Rosen kultivierten schon die alten Römer. Dabei gab es Rosenblüten in Orange und Gelb in Europa ursprünglich gar nicht: Sie sind erst durch Einkreuzen mit der Chinarose entstanden. Das alles erfuhren Besucher des Rosenfestes gleich nach dem Durchschreiten des Schreibturms am Eingang der Klosteranlage Bebenhausen. Historische Rosen also auf historischem Gelände. Doch hier bot der „Vierländer Rosenhof“ nicht nur die meist intensiv duftenden alten Sorten an, sondern auch moderne Rosenzüchtungen, etwa die „Summer Lodge“ aus dem Jahr 2007 mit orange-rot gestreiften Blütenblättern.

Rund 5000 Besucher kamen am Wochenende zum achten „Tübinger Rosenfest“. Ulf Siebert hat das duftende Fest ins Leben gerufen, die Reutlinger Agentur „solutioncube“ richtet es aus. Zum ersten Mal ging das Rosenfest über zwei Tage, doch mehr Besucher als im vergangen Jahr zählte das Fest nicht: Denn an beiden Tagen hatten Aussteller, Veranstalter und Besucher mit dem Wetter zu kämpfen: Am Samstag herrschte drückende Hitze und am Sonntag kamen die Regenschauer. Die nächtlichen Gewitter mit Sturmböen und starkem Regen verursachten bei den Ausstellern großen Schaden: Ein paar mussten schon am Sonntagmorgen abreisen, weil das Unwetter Zelte und Pavillons zerstört hatte. Einige andere zogen am Sonntag mit ihrem Stand in die schützende Kutscherhalle um.

Am Samstagvormittag waren es vor allem die Rosenkenner, die auf den Markt kamen. Am Sonntag nutzten trotz des tristen Wetters Ausflügler die Gelegenheit zum Spaziergang über den Markt und durch die Klosteranlage. Rund 70 Aussteller boten hier ihre Ware an – nicht nur Rosen in allen erdenklichen Sorten und Farben. Auch Kräuter, Sukkulenten und andere Pflanzen für den Garten. Darüber hinaus gab es fast alles, was sich irgendwie mit Rosen in Verbindung bringen lässt: Schafsmilch-Seife in Rosenform und mit Rosenduft, Rosen-Parfums, Rosen an Hüte gesteckt, auf Tassen oder Namensschilder gebracht, Rosenblüten-Gelee für den Frühstückstisch, Prosecco mit Rosenblüten, mit Rosen bedruckte Stoffe und bestickte Kissen. Neben Rankhilfen und Dekorationen gab es außerdem Dünger und Werkzeuge für die Rosenpflege.

Beim „Rosentalk“ auf der kleinen Bühne im Klosterhof plauderten Siebert und der Rosen-Experte Alois Leute und gaben Tipps zur Pflege der Pflanzen. Leute riet: Jetzt im Sommer sollten Sorten, die mehrmals pro Saison blühen, ausgeschnitten werden. Bei Rosensorten, die nur einmal blühen, bringe das hingegen nichts – auch würde es verhindern, dass die Pflanzen Hagebutten ansetzen. Eventuell müssten Rosengärtner nun auch noch ein zweites oder drittes Mal gegen Krankheiten wie Schimmelbefall spritzen.

Die Triebe vom Sommer sollten vor den Herbststürmen sorgfältig angebunden werden, damit sie nicht brechen. Im beginnenden Frühjahr ist der Rückschnitt der Pflanzen wichtig: Besonders ein starker Winter beschädige die Leitungsbahnen in den Zweigen der Rose, das Holz bekommt Frostschäden: „Das ist dann wie bei einer geknackten Wasserleitung“, sagte Leute. Wenn die Blätter mitten im Sommer gelb werden und die Blüten welken, kann es daran liegen, dass zu vorsichtig zurückgeschnitten wurde. Dazu verriet Leute noch eine Faustregel: „Wenn die Forsythien blühen – also etwa Ende Februar bis Anfang März – ist die richtige Zeit, Rosen stark zurück zu schneiden.“

Heinrich Schultheis ist seit ein paar Tagen Rentner, sein Geschäft – die älteste deutsche Rosenschule (Bad Nauheim) – hat er an seinen Sohn abgegeben. Damit ist sie in der fünften Generation in Familienhand – seit 1868. Beim Tübinger Rosenfest ist Schultheis zum ersten Mal dabei. Alles, was dufte, sei beliebt, sagte er: „Die Nase kauft mit.“ Mit ihrem Duft überzeugte die Rose „Jude the obscure!“ die Besucher. Sie wurde aus neun Rosen zur „Tübinger Rose 2012“ gewählt. Der Preis geht damit an „Casa Verde Werner“. Die Haigerlocher Rosengärtner sind zum vielfachen Mal dabei und haben schon die ersten Rosenfeste auf dem Gelände der Tübinger Sternwarte und die im Alten Botanischen Garten miterlebt.

Königin der Blumen lockte 5000 Besucher
Hier leuchten die Farben der Rosenblüten noch in der Sonne. Die heftigen Gewitter am Abend sorgten später für große Schäden bei den Ausstellern.

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02.07.2012, 12:00 Uhr

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