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"Königin der Kurven"
Zaha Hadid im September 2013 vor dem von ihr entworfenen, aufsehenerregenden Anbau an die Londoner Serpentine Sackler Gallery. Foto: Leon Neal, afp
Stararchitektin Zaha Hadid erliegt in Miami einem Herzinfarkt

"Königin der Kurven"

Zaha Hadid hat die OlympiaSchwimmhalle in London, das Museum für moderne Kunst in Rom und das Rosenthal Center für Gegenwartskunst in Cincinnati entworfen. 2004 erhielt sie als erste Frau den Pritzker-Preis.

01.04.2016
  • PEER MEINERT, DPA

London. Unter den Stararchitekten der Welt fand sich lange Zeit keine Frau. Mit Zaha Hadid hat sich das geändert. Dabei gelang der irakisch-britischen Architektin erst spät der Sprung nach ganz oben. Mit 65 Jahren ist sie am Donnerstag überraschend in Miami an einem Herzinfarkt gestorben. Die Architekturwelt trauert.

Ein ganz besonderer Coup gelang ihr noch vor ein paar Monaten: Mit Bergsteiger Reinhold Messner entwarf sie in Südtirol ein neues Bergmuseum. Für das Museum "Corones" auf 2275 Metern Höhe ließ Hadid den Berg teilweise aushöhlen. Von außen sind drei schräge Würfel zu sehen. Der Beton zeigt im Kontrast zur felsigen, schroffen Bergwelt geschwungene Linien. "Königin der Kurven" wurde die in Bagdad als Tochter eines wohlhabenden Geschäftsmanns aufgewachsene Hadid genannt.

Anfang der 70er Jahre war sie zum Studium nach London an die renommierte Architectural Association School gekommen - dort eröffnete sie Jahre später auch ihr Architekturbüro. Bereits in den 80ern hatte sie ihre eigene Handschrift: Viele Entwürfe mit freischwebenden Bauteilen allerdings wurden nie umgesetzt. Eine größere Öffentlichkeit wurde 1983 auf sie aufmerksam, als sie einen Entwurf für den "Peak Leisure Club" in Hongkong vorstellte, der keinen einzigen rechten Winkel vorsah. Seitdem wurde die als temperamentvoll und etwas exzentrisch geltende Frau als "Erfinderin des Post-Konstruktivismus" gefeiert. 2003 realisierte sie als erste Frau ein Museumsgebäude in den USA, 2004 erhielt sie als bisher einzige Frau den renommierten Pritzker-Architekturpreis. Weitere Highlights: das Nationalmuseum für die Künste des 21. Jahrhunderts in Rom (2010), das Olympische Schwimmstadion (2012) und die neue Serpentine Sackler Gallery in London, für die sie einem alten Munitionslager ein gigantisches fließendes Dach in der für sie typischen Wellenform überstülpte (2013). "Es ist uns gelungen, mit diesem Projekt die alte und die neue Welt nahtlos zu vereinen."

In Deutschland verewigte sich Zaha Hadid mit dem Vitra-Feuerwehrhaus in Weil am Rhein und dem Zentralgebäude des Leipziger BMW-Werks, das ihr den Deutschen Architekturpreis einbrachte.

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01.04.2016, 06:00 Uhr

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