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Horb · Das Mittwochs-Interview

„Körperlicher Verfall nimmt zu“

Foxes-Headcoach Patrick Schmieder spricht über die abgebrochene Vorbereitung seines Football-Teams auf die Bezirksliga-Runde und darüber, wie der Verein mit der Corona-Krise derzeit umgeht.

25.03.2020

Von Sascha Eggebrecht

Foxes-Headcoach Patrick Schmieder (Mitte) blickt in eine ungewisse sportliche Zukunft. Wird sein Team wegen der Corona-Krise überhaupt in diesem Jahr die Premiere in der Football-Bezirksliga feiern können? Zurzeit sieht es wohl eher schlecht aus. Bild: Ulmer

SÜDWEST PRESSE: Herr Schmieder, in nicht mal zwei Wochen soll es in der Football-Bezirksliga wieder um Touch-Downs gehen. Doch wegen der Corona-Krise ruht der ganze Sport. Der Punktspielauftakt gegen den AFC Kuchen Mammut wurde ja sicherlich verschoben oder?

Patrick Schmieder: Ja, das ist korrekt. Der Saisonauftakt ist auf den 1. Mai verschoben worden. Das Präsidium wird sich Ende April wieder zusammensetzen und weiter beraten. Mehre Szenarien sind – wie in allen anderen Sportarten – denkbar.

Glauben Sie überhaupt daran, dass Ihr Team die Premiere in der
Football-Bezirksliga in diesem Jahr feiern darf?

Ich hoffe es. Bis vor drei Wochen lief alles optimal. Wir haben in der Vorbereitung richtig hart geackert, damit es eine tolle Saison für uns werden wird. Es gibt im Moment aber wichtiges als Football. Ich hoffe, dass alle gesund aus dieser Pandemie herauskommen.

Wie zufrieden waren Sie mit der
Saisonvorbereitung, ehe der Virus ein geregeltes Training unmöglich
gemacht hat?

Bis dato war es eine Bomben-Vorbereitung. Im Schnitt waren immer 36 Spieler im Training – teilweise sogar 70. Wir hatten viele Trainingseinheiten – auch mit anderen Mannschaften. Es ist ärgerlich, dass wir nun
nicht unser Können zeigen können. Aber, ich möchte nochmals betonen, im Moment gibt es wichtigeres.

Auf welchen Positionen konnten
Sie sich verstärken?

Bis zum Januar hatten wir 15 neue Spieler in unserem Team. Somit hat die Mannschaft komplett an Tiefe gewonnen. Zudem konnte auch die Qualität gesteigert werden. Dabei haben wir auch von der Auflösung des Dornhaner Teams profitiert.

Konnte denn auch ein neuer
Quarterback gefunden werden?

Neu ist vielleicht das falsche
Wort. Aber mit Kevin Jahovic
ist ein Jugendspieler von uns zu den Herren dazugekommen. Er wird unseren Quarterback Lukas Haist entlasten. Es hat einfach Spaß gemacht, den beiden beim Training zuzusehen. Es gab keinen Neid und beide haben sich
immer gegenseitig gepusht und sich damit auf ein anderes Spiellevel gehoben.

Wer viel sonst im Training auf?

Ganz klar Benjamin Fritz. Er ist aus Dornhan gekommen und wurde gleich sehr gut in unsere Offense-Linie integriert. Er hat das Zeug zum Starter-Player.

Wie weit konnte das Playbook aus der vorherigen Saison ausgebaut werden?

In einem Trainingsspiel gegen Freiburg hat das neue Playbook schon sehr gut funktioniert. Wir hatten sogar ein Intensiv-Training mit Gäste-Coaches gehabt, sodass wir in diesem Bereich sehr gut vorbereitet sind. Aus meiner Sicht klappt das Ding hervorragend.

Wie halten sich Ihre Spieler
gerade fit, zumal nun nicht mal
mehr als zwei Personen zusammen sein dürfen?

Das ist momentan ein Riesenproblem für uns. Zuerst durften wir ja weiter trainieren, allerdings sollte man da ja schon den Körperkontakt meiden. Da mussten wir schon etwas schmunzeln, denn wie soll das beim Football gehen? Wir respektieren natürlich das momentane Verbot. Jeder Spieler trainiert für sich und geht nun vermehrt zum Joggen. Zudem gibt ab und zu eine Videokonferenz mit einer Taktik-Schulung.

Spielzüge und defensives Verhalten können nicht mehr trainiert werden. Wie weit wird die Pause Ihr Team
zurückwerfen?

Sollte die Saison im Juni starten, dann können wir nicht am Freitag rausgehen und sagen, dass wir am Samstag spielen. Das funktioniert nicht. Wir werden sicherlich eine vierwöchige Vorbereitungszeit brachen. Diese Pause wird uns sicherlich um drei Monate zurückwerfen. Der körperliche Verfall wird zunehmen, wenn wir nicht wie gewohnt trainieren. Aber, mit diesem Problem haben alle anderen Teams auch zu kämpfen.

Zu Ihren Punktspielen kommen im Schnitt um die 1000 Zuschauer. Sollte die Saison ausfallen, werden Eintrittsgelder und die Umsätze aus dem Verkauf an den Ständen fehlen. Können Sie so einen finanziellen Ausfall verkraften?

Unser Vorteil ist, dass wir einen schmalen Kostenapparat haben. Kein Spieler erhält bei uns Geld. Mit unserem Busunternehmen haben wir auch schon gesprochen, dass wir nicht wissen, wann und ob die Saison überhaupt gestartet wird. Trotzdem fehlt uns natürlich das Geld der rund 1000 zahlenden Zuschauer.

Was unternehmen Sie, um in
so einer Krise das Vereinsleben
aufrecht zu erhalten?

Normalerweise wollten wir uns schon einmal in der Woche zusammen treffen, doch dies ist nun ja nach der Ansprache von Frau Merkel nicht mehr möglich. Wir wollen ja auch kein Risiko eingehen und werden nun einfach abwarten.

Blicken wir aber positiv in die
Zukunft und die Saison wird doch noch eröffnet. Mit welcher Zielsetzung werden Sie in die Runde gehen?

Darüber haben wir im Verein oft diskutiert. Bis jetzt war unser Ziel ja immer, um den Aufstieg mitzuspielen. Nun denken wir, dass uns ein Jahr der Konsolidierung auch mal ganz guttun wird. Daher wären wir mit einem dritten oder vierten Platz zufrieden. Danach sollte es dann aber wieder um den Titel gehen.

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Erstellt:
25. März 2020, 01:00 Uhr
Aktualisiert:
25. März 2020, 01:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 25. März 2020, 01:00 Uhr

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