Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen
Sulz

Kofferraum voll mit Geschichte

Neben Gustav Bauernfeind war die Sulzer Heimatgeschichte Hugo Schmids (1921 bis 2010) zweite große Leidenschaft. Aus dem Nachlass des Gründers des Bauernfeind-Museums hat Schmids Witwe Ilse dem Stadtarchiv einen Kofferraum voller Schriften, Fotos und Postkarten überlassen. Stadtarchivar Herwart Kopp hat darin schon einige Kostbarkeiten entdeckt.

23.10.2014
  • cristina priotto

Sulz. „Wenn ich anfange zu lesen, geht nix mehr“, stellt Herwart Kopp beim Durchblättern eines dicken Ordners aus dem Nachlass von Hugo Schmid fest. Auf dem Schaukasten im Stadtarchiv türmt sich ein gutes Dutzend Stapel mit Dokumenten, die Ilse Schmid vor zwei Wochen rund vier Jahre nach dem Tod ihres Mannes dem Sulzer Archiv zur Verfügung gestellt hat.

Die Sammlung hatte Schmid, der mehrere Ausstellungen zur Heimatgeschichte initiierte, als Lokalhistoriker zusammengetragen und daraus viele Informationen für seine Bücher und Schriften zur Sulzer Geschichte entnommen.

Kopp hat den Stapel vorsortiert und eine Liste erstellt. Zu dem heimatgeschichtlichen Fundus gehört etwa ein Bericht der Buntweberei aus den Jahren 1942/43, in dem die Produkte beschrieben werden.

Sehr umfangreich ist Hugo Schmids Nachlass auch bezüglich der Flößerei. „Das sind für uns sehr wertvolle Sachen“, holt Herwart Kopp etwa eine Plakette von Betras letztem Flößer hervor. Zeitungartikel und historische Schriften finden sich in der entsprechenden Kladde ebenfalls. „Schmid ist sehr in die Tiefe gegangen und hat auch Unterlagen aus dem Landesarchiv angefordert“, weiß der Archivar. Datensammlung vor Beginn des Internet-Zeitalters war eben noch unglaublich aufwendig.

Unter dem Titel „Lebensbilder aus der Vergangenheit“ finden sich Personenbeschreibungen über Georg Brastberger, Johann Michael Armbruster und Lina Hähnle.

Viele Unterlagen besaß Schmid zudem über das ehemalige Oberamt Sulz, darunter die Beschreibung von Friedrich August Köhler.

Eine Kopie des Reiseberichts von Salomon Schweigger über Konstantinopel und Jerusalem findet sich in dem Nachlass ebenfalls.

Auf einem weiteren Stapel liegen diverse Schriften und Kopien zur Sulzer Geschichte mit historischen Aufsätzen durcheinander, etwa über die Ruine Albeck, die Ausgrabung des römischen Vicus, eine Broschüre von 1894 anlässlich des 100-jährigen Gedenkens an den großen Brand aus dem Jahr 1794 sowie Faltblätter und ein Heftchen mit besonders schöner Zeichnung, die für den Luftkurort und das Solbad warben oder Stimmzettel von der ersten Gemeinderats nach dem Zweiten Weltkrieg.

Spannend ist es auch, in dem großen Fotoalbum zu blättern. Dann gibt es noch etliche Bücher, in denen Sulz erwähnt wird sowie eine Dissertation über die Herrschaft Sterneck. Zudem hinterließ Hugo Schmid Dutzende selbstverfasste Festschriften für Vereine.

Herwart Kopp fasst seine Aufgabe im Umgang mit dem Nachlass Schmids zusammen: „Ich muss in Mappen erfassen, was zusammengehört“. In die Unterlagen reinzulesen, ist dafür notwendig – wobei bei Kopp ständig die Gefahr besteht, sich festzulesen…

Kofferraum voll mit Geschichte
Herwart Kopp sichtet und sortiert derzeit im Stadtarchiv den Nachlass von Hugo Schmid, darunter zahlreiche Bücher, Broschüren, Fotos und Postkarten.Bild: cap

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Dann beachten Sie bitte unsere Hinweise zur Lizenzierung von Artikeln.

23.10.2014, 12:00 Uhr

Sie müssen angemeldet sein, um einen Leserbeitrag zu erstellen.
Anmelden
Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar zu verfassen.
Anmelden
 

 

 
Video-News: Aus Land und Welt
Heute meistgelesenNeueste Artikel
Wirtschaft im Profil
Bildergalerien
Videos
Single des Tages
date-click
Video-News: Fußball