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Kolumbiens blutiger Konflikt
Zur Zeit pausiert der Krieg wie diese Farc-Kämpfer. Foto: afp
Hintergrund

Kolumbiens blutiger Konflikt

Seit 1964 kämpfen in Kolumbien linksgerichtete Guerillagruppen gegen das Militär. Die bis heute größte und älteste Guerilla Lateinamerikas Farc („Fuerzas Armadas Revolucionarias de Colombia“, deutsch: „Revolutionäre Streitkräfte Kolumbiens“) gründete sich damals nach einem blutigen Militäreinsatz gegen rebellierende Bauern.

08.10.2016
  • DPA/AFP/EB

Jahrzehntelang beteiligten sich auch rechte Paramilitärs an den Kampfhandlungen.

Mehr als 220 000 Menschen kamen seitdem im Bürgerkrieg um. Mehr als fünf Millionen wurden aus ihren Heimatorten vertrieben, die meisten flohen in Elendsviertel am Rande der Großstädte. Nach Afghanistan ist Kolumbien das Land mit den meisten Landminen-Opfern weltweit.

Auf dem Höhepunkt ihrer Macht führte die Farc von 1998 bis 2002 Friedensgespräche mit der Regierung. Damals wurde ihnen eine demilitarisierte Zone von der Größe der Schweiz eingeräumt. Allerdings nutzten die Rebellen das Gebiet als Rückzugsort nach Attacken, die Verhandlungen scheiterten. In den vergangenen Jahren erlitt die Farc, die sich durch Drogenhandel, illegalen Bergbau, Schutzgelder und Entführungen finanzierte, empfindliche militärische Rückschläge.

2010 übernahm Juan Manuel Santos das Präsidentenamt mit dem Ziel, den Konflikt beizulegen und die Gegner erneut an den Verhandlungstisch zu bringen. 2012 kam der Friedensprozess in Gang, zuvor hatte die Farc alle gefangenen Armee-Offiziere freigelassen. Eine Verständigung mit der Farc, die zuletzt noch über rund 5800 Kämpfer verfügte, gilt als Schlüssel für ein Ende des Konflikts. Auch die kleinere ELN-Guerilla (rund 2000 Kämpfer) denkt über Verhandlungen nach.

Ein Frieden hätte nicht nur das Potenzial, das Volk zu versöhnen, er könnte Kolumbien auch neuen Wohlstand bringen. Millionen Touristen könnten ins Land reisen. Ökonomen rechnen mit bis zu drei Prozent mehr Wirtschaftswachstum pro Jahr, da auch in bisherigen Kriegsregionen produziert werden könnte. Schon durch die Verhandlungen mit der Farc und den im Juni beschlossenen Waffenstillstand war der Konflikt in seine bisher ruhigste Phase getreten. Laut einer Analyse des Instituts CERAC gab es seit Mitte 2015 nur vier Tote bei Farc-Kampfhandlungen. dpa/afp/eb

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08.10.2016, 06:00 Uhr

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