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IHK sieht keine Anzeichen für eine Rezession

Konjunktur-Pessimismus nimmt aber zu

Auch wenn sich die konjunkturellen Aussichten für die Region Neckar-Alb eintrüben: Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Reutlingen erwartet keinen wirtschaftlichen Einbruch, sondern eine Seitwärtsbewegung.

11.10.2012
  • Thomas de Marco

Reutlingen. IHK-Präsident Christian Erbe stellte bei der Präsentation der Herbst-Umfrage zur Konjunktur die Frage: „Steht die Wende bevor?“ Seine Antwort war indes beruhigend: Die Wirtschaft befinde sich wieder in einem gewöhnlichen Konjunkturverlauf. Nach einem Hoch werde nun eine Seitwärtsbewegung auf niedrigem Niveau erwartet. In einigen Branchen dürfte es allerdings auch abwärtsgehen, mittelfristig sei aber keine Rezession zu erwarten. „Ich gehe davon aus, dass die Wirtschaft in der Region Neckar-Alb weiter moderat wachsen wird“, sagte Erbe.

Von den 403 ausgewählten Unternehmen der Region, die sich an der Umfrage beteiligt haben, schätzen 44 Prozent ihre derzeitige Lage als gut ein, nur sieben Prozent sind unzufrieden. Knapp ein Drittel der Betriebe erwirtschafte ordentliche Gewinne, die Kapazitäten seien gut ausgelastet, erklärte Erbe. Allerdings gingen die Auftragseingänge zurück: 13 Prozent melden momentan mehr Aufträge, 28 Prozent verzeichnen weniger Bestellungen. Als größtes Risiko für die Konjunktur sehen 56 Prozent aller Firmen die steigenden Energiepreise. „Die Landesregierung muss hier vor allem gegenüber der Bundesregierung mehr Druck machen. Es braucht ein abgestimmtes und nachhaltiges Gesamtkonzept für den Bau von Stromtrassen, Stromspeichern und Kapazitäten für die Netzsteuerung“, forderte Erbe.

Die Konjunktur-Aussichten fürs nächste Jahr seien erkennbar eingetrübt. Fast ein Viertel der Betriebe erwartet eine Verschlechterung ihrer wirtschaftlichen Situation. Nur 16 Prozent der Firmen sehen bessere Geschäfte kommen. „Erstmals seit 2009 überwiegen wieder die Pessimisten, sie sind besonders in der Industrie und im Großhandel anzutreffen“, erläuterte Erbe. Einzelhandel, Dienstleister und vor allem Gastronomie seien derzeit noch überwiegend zuversichtlich.

„Die Binnen-Nachfrage bleibt uns treu, aber der regionale Exportmarkt legt eine Verschnaufpause ein“, sagte der IHK-Präsident. Einen Zuwachs des Außenhandels erwarten nur noch 17 Prozent der Unternehmen, zehn Prozent befürchten Rückgänge, 40 Prozent sehen ein gleich bleibendes Exportgeschäft.

Die beste Nachricht, die Erbe zu verkünden hatte, betrifft den Arbeitsmarkt: 71 Prozent der Betriebe geben an, ihren Personalstand halten zu wollen. Über 16 Prozent möchten sogar mehr Mitarbeiter einstellen. Die Arbeitslosenquote in der Region betrage 3,8 Prozent (3,1 Prozent in Tübingen, 3,7 Prozent in Reutlingen), erklärte Konjunktur-Experte Markus Nawroth. Bei der betrieblichen Ausbildung ist bis Ende 2012 ein Zehn-Jahres-Hoch bei neu abgeschlossenen Lehrverträgen in Sicht.

„Die Pläne der Firmen deuten derzeit nicht auf einen drastischen Wechsel der konjunkturellen Vorzeichen hin“, betonte Erbe. Rund 55 Prozent der Unternehmen wollten auf dem bisherigen Niveau weiter investieren. 21 Prozent der Firmen planen sogar mehr Investitionen, nur 15 Prozent gehen von weniger aus.

Konjunktur-Pessimismus nimmt aber zu
Ein nachhaltiges Gesamtkonzept für den Bau von Stromtrassen fordert die IHK.

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11.10.2012, 12:00 Uhr

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