Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen
Wirtschaft

Konsum hält Konjunktur über Wasser

Der starke Konsum übertüncht die Schwächen der deutschen Wirtschaft. Doch die Konjunktursorgen wachsen. Denn die Schwellenländer schwächeln.

14.11.2015
  • DPA

Wiesbaden Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg im dritten Quartal 2015 im Vergleich zum Vorquartal um 0,3 Prozent. Im Frühjahr war die Wirtschaftsleistung im Quartalsvergleich noch um 0,4 Prozent gewachsen, zu Jahresbeginn um 0,3 Prozent. Noch kommt die deutsche Wirtschaft also trotz des eisigen Gegenwindes aus den schwächelnden Schwellenländern voran. Allerdings nur dank kauflustiger Verbraucher und steigender Konsumausgaben des Staates. Doch die Industrie läuft nicht rund - und der sonst so starke Außenhandel bremst sogar.

Dabei steuern Deutschlands Exporteure auf ein Rekordjahr zu. Doch die Einfuhren steigen noch schneller, so dass sich der Außenhandel unter dem Strich negativ auf das Bruttoinlandsprodukt (BIP) auswirkt. "Der starke Konsum saugt die Importe förmlich an", erklärt Holger Schmieding, Chefvolkswirt der Berenberg Bank.Der Aufschwung hat sich etwas verlangsamt, das Wachstum steht zunehmend auf wackeligen Füßen. Treiber seien vor allem Verbraucher, sagt Commerzbank-Chefökonom Jörg Krämer: "Die Beschäftigung steigt, der gefallene Ölpreis hat die Inflation nahe an die Nullgrenze gedrückt, so dass die mit drei Prozent ordentlich steigenden Löhne fast eins zu eins die reale Kaufkraft erhöhen."

Auch der Staat hat einen Anteil. "Die staatlichen Konsumausgaben stiegen, hierin könnten sich bereits höhere Kosten für die Unterbringung der Flüchtlinge niederschlagen", vermutet Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der VP Bank Gruppe. 2016 dürfte sich diese Entwicklung verstärken, glaubt Schmieding: "Im nächsten Jahr könnten diese staatlichen Sonderausgaben das BIP um bis zu 0,6 Prozentpunkte erhöhen."

Ob dies tatsächlich so sein wird, ist umstritten. Der Sachverständigenrat schätzt die Konjunkturimpulse durch Flüchtlinge - etwa durch mehr Nachfrage und Wohnungsbau - als eher gering ein. So oder so: "Es gibt jede Menge Jobs und steigende Löhne. Auch die Flüchtlinge erhöhen den Konsum. Die Verbraucher-Story geht 2016 weiter", ist Ökonom Andreas Rees von der Unicredit überzeugt.

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Dann beachten Sie bitte unsere Hinweise zur Lizenzierung von Artikeln.

14.11.2015, 12:00 Uhr

Sie müssen angemeldet sein, um einen Leserbeitrag zu erstellen.
Anmelden
Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar zu verfassen.
Anmelden
 

 

 
Video-News: Aus Land und Welt
Heute meistgelesenNeueste Artikel
Wirtschaft im Profil
Bildergalerien
Videos
Single des Tages
date-click
Video-News: Fußball