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Reiseruf

Kontakt - ganz ohne Handy

Dringend einen Verwandten oder Bekannten zu erreichen, ist heutzutage kein Problem - normalerweise. Schließlich hat fast jeder ein Handy und ist damit auch unterwegs erreichbar, ob telefonisch, per SMS oder WhatsApp.

04.11.2015
  • DPA

Der gute, alte Reiseruf für Notfälle ist darüber beinahe in Vergessenheit geraten. Doch es gibt ihn noch, seit nunmehr 55 Jahren.

Allerdings ist die Suche nach Reisenden über das Autoradio inzwischen eine Seltenheit. Der Südwestrundfunk (SWR) in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz sendet jährlich noch 10 bis 15 solcher Aufrufe, sagt Christoph Ebner, SWR-Nachrichtenchef in Baden-Baden. In den vergangenen Jahren habe sich die Zahl der Aufrufe in den Verkehrsnachrichten des SWR mehr als halbiert.

Es gibt aber immer noch Einzelfälle, die eine Suche über die Rundfunkprogramme notwendig machen. Ebner nennt als Beispiele Todes- und Unglücksfälle in der nahen Verwandtschaft sowie den Fall, dass für einen Gesuchten unerwartet ein Spenderorgan bereit steht. Und trotz der rückläufigen Zahlen geht der SWR davon aus, dass der Radioruf weiter genutzt wird, vor allem in der Urlaubszeit. "Es gibt ja immer mehr Menschen, die in ihrer Freizeit und im Urlaub das Handy bewusst ausschalten, weil sie eben nicht erreichbar sein wollen." Der Reiseruf sei die letzte Möglichkeit, mit ihnen Kontakt aufzunehmen.

Die öffentlich-rechtlichen Radiosender verbreiten die kostenlosen Reiserufe seit 1961 - aber nur in wirklich dringenden Fällen. Meist ist ein Angehöriger gestorben oder schwer erkrankt, oder die heimische Wohnung wurde durch ein Feuer oder einen Wasserschaden stark beschädigt. Die Chancen, das Angebot für üble Scherze zu missbrauchen, stehen schlecht: Bevor ein Reiseruf veröffentlicht wird, müssen die Polizei, ein Krankenhaus oder das Beerdigungsinstitut den Fall bestätigen.

Der ADAC koordiniert die Aufrufe. Er registriert deutschlandweit einen starken Rückgang. Anfang der 90er Jahre habe es noch mehr als 1000 Reiserufe jährlich gegeben, inzwischen seien es weniger als 100. "In fast allen Fällen haben die Gesuchten ein Handy", so ein ADACSprecher. Es sei aber ausgeschaltet oder verloren gegangen.

Kontakt - ganz ohne Handy
Foto: AColourbox / Vladimir Liverts

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04.11.2015, 12:00 Uhr

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