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Kontroll

Unterwegs mit den Kontrolleuren in der Metro: Rasanter und schwer symbolischer Underground-Trip.

Unterwegs mit den Kontrolleuren in der Metro: Rasanter und schwer symbolischer Underground-Trip.

KONTROLL
Ungarn

Regie: Nimrod Antal
Mit: Sándor Csányi,Zoltán Mucsi,Csaba Pindroch

- ab 12 Jahren

Tagblatt-Wertung

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24.11.2015
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Halten sich in „Silentium“ Finsternis und (komödiantischer) Sonnenschein die Waage, so tut sich in „Kontroll“ das Düstere ungebrochen vor uns auf. Kein Wunder, denn der Debütfilm des Ungarn Nimrod Antal spielt in der (Budapester) Untergrundbahn, wohin sich noch nie ein natürlicher Lichtstrahl verirrt hat.

Hier geht der junge Bulscu dem wohl härtesten Job der Welt nach. Er ist Fahrschein-Kontrolleur, muss sich tagaus tagein von besoffenen Schwarzfahrern anpöbeln, von tyrannischen Vorgesetzten und konkurrierenden Kontrollkommandos drangsalieren lassen. Schlimmer noch haben all die Jahre in den städtischen Eingeweiden Bilcscu dem Leben an der Oberfläche entfremdet. Nicht einmal nachts traut er sich hinauf ins wirkliche Leben. Die Lage spitzt sich zu, als ein gesichtsloser Killer mit schwarzer Kapuze auftaucht und arglose Fahrgäste auf die Schienen stößt.

Man merkt schnell, dass diese Geschichte schwer symbolisch gemeint ist. Der Untergrund ist der Endbahnhof für die Verlierer im sozialdarwinistischen Überlebenskampf, die wie Zombies vegetieren und teilweise offenen Krieg gegeneinander führen. Vor allem aber spiegeln die labyrinthischen Katakomben die Seelenqualen unseres Protagonisten, der in spektakulären Schienenrennen seinen inneren Dämonen zu entkommen trachtet.

Wem diese Psycho-Paste ein bisschen zu dick aufgetragen ist, kann mit „Kontroll“ trotzdem eine gute Zeit verleben. Die kunstvoll verwaschenen Bilder aus dem urbanen Hades, das originell bizarre Personal vom dauerbetrunkenen Zugführer bis zum mysteriösen (Erlösung bringenden?) Mädchen im rosa Hasenkostüm, eine irrwitzige rasante Montage und der hypnotische Soundtrack fügen sich zu einer lustvoll alptraumhaften Achterbahnfahrt, die einem noch lange in den Knochen steckt.

Und, ach ja, einen Witz gibt es auch. Gleich zu Beginn darf der (echte!) Leiter des Budapester Nahverkehrs ein Sprüchlein sagen: „Die Ereignisse, die Örtlichkeit der Szenen können nicht in Verbindung mit den Budapester Verkehrsbetrieben gesetzt werden, weil sie globale und universelle Gedanken wiederspiegeln.“

Spielplan

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24.11.2015, 12:00 Uhr | geändert: 07.08.2009, 12:00 Uhr

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19.03.2005

12:00 Uhr

FJ schrieb:

Meine zugegebenermaßen schon 7 1/2 Monate alte, aber in dieser Hinsicht sehr gute Erinnerung, und die Bilder auf www.kontrollfilm.hu sagen etwas anderes. Oder Eichele hat eine wirklich seltsame Definition "langer Schlappohren"... ;-)



17.03.2005

12:00 Uhr

Eichele schrieb:

Hat aber ganz schön lange Schlappohren, der Bär.



15.03.2005

12:00 Uhr

kisnina schrieb:

Witzig, spannend, mystisch: diesen Film kann man mehr als einmal sehen!



15.03.2005

12:00 Uhr

FJ schrieb:

BÄRENkostüm!!! Eichele hat wohl - mal wieder - den Film nicht richtig angeschaut!



14.03.2005

12:00 Uhr

Immanuel Gatsche schrieb:

Einfach krass das so was in Tübingen im Kino kommt, denn sonst kommt er nur in ganz wenigen Kinos (um die fünf) und es gibt auch nur ganz wenige Rezensionen. Danke



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