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Global Player in Hailfingen

Kontronik gehört zu den Weltmarktführern für Modellbau-Motoren

Im kleinen Rottenburger Teilort Hailfingen ist mit der Firma Kontronik ein veritabler „Global Player“ beheimatet. Die Rottenburger Verwaltungsspitze mit Oberbürgermeister Stephan Neher und Bürgermeister Volker Derbogen stattete ihr am Dienstag einen Besuch ab.

22.10.2014
  • Werner Bauknecht

Hailfingen. Seit 1994 entwickelt, produziert und vertreibt das Unternehmen in der Etzwiesenstraße prozessorgesteuerte Drehzahlsteller und, seit 1997, selbstgefertigte, leistungsstarke Motoren. Diese finden überwiegend im Modellbau Verwendung, in Modellflugzeugen und -hubschraubern. Durch Weiterentwicklungen, die auf Leistungsstärke und Qualität abzielten, wurden auch Marktsegmente im Bereich Industrieanwendungen erschlossen.

Zu dieser strategischen Ausrichtung passt auch, dass sich Kontronik mit dem Heidelberger Unternehmen Sobek Motorsporttechnik 2013 einen Partner ins Haus holte. Sobek ist ein führender Anbieter in der Motorsportindustrie. Zu seinem Portfolio gehören Pumpen, Ventile oder Filter für Rennwagen. Damit können beide Firmen den Angebotskreis schließen. Denn so könnte eine Pumpe von Sobek entwickelt werden, der Antrieb dazu kommt von Kontronik, und in der eigenen Dreherei wird produziert. Die beiden Sobek-Geschäftsführer Olaf Hahn und Peter Stöckl nahmen ebenfalls an der Besichtigung teil.

„Warum wurde gerade Hailfingen als Standort gewählt?“, fragte Volker Derbogen Kontronik-Geschäftsführerin Sabine Konrath. Weil sie dort einen Bauplatz bekamen, so die einfach Antwort Konraths – und weil ihre Mutter in Altingen lebe. Inzwischen gehören 37 Mitarbeiter zu Kontronik, einer davon im Vertrieb in den USA, die anderen in Hailfingen am Firmenstammsitz. Sabine Konrath übernahm nach dem tragischen Unfalltod ihres Mannes Harald im April 2013 die alleinige Geschäftsführung.

Mechanische Bauteile meist manuell hergestellt

Im mechanischen Bereich komme für Kontronik nur manuelle Fertigung in Frage. „Automation macht bei unseren Produkten keinen Sinn“, so die Geschäftsführerin. Die Komponenten selbst sind entweder zugekaufte Teile wie Magneten oder selbst entwickelte Bauteile. Wenn für einen Antrieb beispielsweise Wicklungen benötigt werden, in denen die Magneten laufen, dann stammen diese aus einer Eigenentwicklung.

Für die Reparatur von Bauteilen hat das Unternehmen spezielle Service-Center eingerichtet. „Das machen wir alles im eigenen Haus“, sagte Konrath. Kontronik sei ohnehin absolut auf Wachstumskurs und entwickle ständig neue Produkte. Dafür hätten sie in den vergangenen Monaten zusätzliche Entwickler eingestellt. „Das ist gar nicht so einfach“, erklärte die Firmenchefin, „ denn der Markt ist ausgedünnt. Auf unsere letzte Anzeige erhielten wir 15 Bewerbungen aus 15 Ländern.“

Beim Rundgang zeigte Konrath, wie im Werk die Platinen bestückt werden. Im ersten Schritt kommen die Leiterplatten in ein Magazin, im zweiten werden sie bestückt. Danach durchlaufen sie einen Lötofen, in dem die aufgesetzten elektronischen Bauteile mit der Lötpaste verschmolzen werden. Zuletzt landen sie wieder in einem Magazin. Bis zu 15 000 Teilekönnen so pro Stunde neu aufgesetzt werden.

Weitgehend digitalisiert verläuft die Entwicklung neuer Produkte. Das konnten die Besucher in den Büros der Ingenieure studieren. Dort wurde beispielsweise die Schnittstelle einer Fernbedienung am PC programmiert.

In einem der Räume stand eine sogenannte Drohne. Gleich daneben eine zweite, die allerdings leicht lädiert. „Die kam von einem Testflug zurück“, berichtete Konrath lachend. Sie mag den Begriff Drohne nicht, nennt die Flugobjekte lieber „Multikopter“, weil Drohne in ihren Ohren zu sehr nach Kriegswerkzeug klingt. „Es ist auch im Sinne meines verstorbenen Mannes, dass wir niemals Produkte ausliefern, die militärisch genutzt werden können. Das steht sogar auf unserer Website.“

Ihre Kunden setzen die Fluggeräte für hochwertige Filmaufnahmen ein, sogar bei Hollywood-Produktionen. Die hätten absolut nichts mit den Hobby-Geräten gemein, erklärte Sabine Konrath, die man heute überall kaufen könne. Multikopter, mit Motoren und Steuerungen von Kontronik ausgerüstet, seien zwar teuer, aber leistungsstark und von höchster Qualität.

Nur wenig Konkurrenz auf dem Weltmarkt

Auf Nachfrage von OB Stephan Neher erklärte Konrath, dass es im elektronischen Bereich weltweit gerade mal zwei, drei Anbieter auf dem Markt gebe, die man als Konkurrenz bezeichnen könne. Und bei den Motoren sehe sie nur einen einzigen ernsthaften Konkurrenten. „Das chinesische Unternehmen hat aber beim Kopieren nicht genau aufgepasst“, sagte sie lachend.

Die Hailfinger Firma, die seit September Kontronik + Sobek Drives GmbH heißt, sieht vor allem in Problemlösungen ihre Aufgabe. „Wir machen nur spannende Projekte.“ Für die Zukunft erwartet die Geschäftsführerin „viel Innovation“ aus dem eigenen Haus. „Wir haben das Knowhow, die Qualität, die richtigen Mitarbeiter und die Technik dafür – also beste Voraussetzungen.“

Kontronik gehört zu den Weltmarktführern für Modellbau-Motoren
Firmenbesuch bei der Firma Kontronik in Hailfingen, Geschäftsführerin Sabine Konrath (links) zeigt OB Stephan Neher und Finanzbürgermeister Volker Derbogen eine bei Kontronik produzierte Leiterplatte. Bild: Bauknecht

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22.10.2014, 12:00 Uhr

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