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Arbeitgeber für Einführung an Schulen

Kontroverse um Fach Wirtschaft dauert an

Schon vor 15 Jahren setzten sich Wirtschaftsverbände für ein Fach Wirtschaft an den Schulen ein. Jetzt scheint die Erfüllung dieses Wunsches greifbar.

09.11.2015

Von DPA

Stuttgart Die Kontroverse um das eigenständige Schulfach Wirtschaft geht auch nach der Verbandsanhörung zum neuen Bildungsplan weiter. Nach der Kritik von Lehrer-, Eltern- und Gewerkschaftsvertretern brechen die Arbeitgeber Baden-Württemberg eine Lanze für die Pläne. "Der Bildungsplan für dieses Fach sichert erstmals eine breite sozioökonomische Grundbildung nach verbindlichen Standards und verhindert die bisher vorherrschende Beliebigkeit, wie ökonomische Inhalte vermittelt werden sollen", sagte der Bildungsexperte des Arbeitgeberverbandes, Stefan Küpper, in Stuttgart nach der Verbandsanhörung zum neuen Bildungsplan. Auch der Realschullehrerverband plädiert dafür.

Vorgesehen ist, das Fach Wirtschaft/Berufs- und Studienorientierung zum Schuljahr 2016/17 in Werkreal-, Real- und Gemeinschaftsschulen zwischen Klasse 7 und 10, im Gymnasium zwischen Klasse 8 und 10 einzuführen. Bis Ende vergangener Woche konnten Verbände und Privatpersonen auch über das Internet Rückmeldungen zum geplanten Bildungsplan an das Kultusministerium geben.

Kritiker beklagen allerdings, dass das Thema nicht in gesellschaftliche und soziale Zusammenhänge eingebettet werde, wie das bislang im Gemeinschaftskunde-Unterricht geschehen sei. "Wir wollen nicht, dass es als isoliertes Fach rüberkommt", hatte die Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Doro Moritz, im Laufe der Anhörung gesagt. Auch die Gewerkschaft Verdi lehnt das Fach ab und kritisierte: "Im Unterricht löst die ökonomische Perspektive die bisherige sozio-ökonomische Perspektive ab."

IG-Metall-Bezirksleiter Roman Zitzelsberger sieht die Einführung weniger kritisch: "Es ist gut, dass nicht mehr dem Zufall überlassen wird, welche Rolle Wirtschaft spielt", sagte er. Die Frage sei nun, wie das praktisch umgesetzt werde. "Ein wichtiger Begleitschritt ist der vereinbarte ,Code of Conduct', dass Material von Verbänden, aber auch Gewerkschaften eindeutig gekennzeichnet wird." Küpper konterte: "Es ist wenig glaubwürdig, wenn immer wieder betont wird, wie bedeutend Fachlichkeit ist, andererseits diese aber beim Fach Wirtschaft negiert und auf verschwommene Pseudoinhalte in anderen Fächern verwiesen wird."

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Erstellt:
9. November 2015, 12:00 Uhr
Aktualisiert:
9. November 2015, 12:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 9. November 2015, 12:00 Uhr

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