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Windräder über der Deponie?

„Konzentrationszone“ vorgeschlagen

Wenn keine Naturschutzgründe entgegen stehen, könnten sich bald auf der Fläche der Erddeponie Schinderklinge oder über dem angrenzenden Wald Windräder drehen. Ob sich dafür Investoren finden, ist aber noch ungewiss.

25.05.2012

Kusterdingen. Vom kommenden Jahr an sollen Windkraftanlagen grundsätzlich überall zulässig sein, wo keine öffentlichen Belange entgegenstehen. Gemeinden, die über Standorte mitentscheiden möchten, müssen im Flächennutzungsplan entsprechende „Konzentrationszonen“ ausweisen.

Der Nachbarschaftsverband Reutlingen-Tübingen hat eine entsprechende Änderung des Flächennutzungsplans in die Wege geleitet und die Gemeinden um die Mitteilung möglicher Standorte für Windkraftanlagen auf ihrer Gemarkung gebeten.

Die Gemeinde Kusterdingen schlägt nun das Gelände der Erddeponie Schinderklinge und einen ringsum umgebenden Waldstreifen hierfür vor. In einer Dienstbesprechung mit den Ortsvorstehern habe man sich auf diesen Standort als den am besten geeigneten verständigt, berichtete Bürgermeister Jürgen Soltau am Mittwoch dem Gemeinderat.

Im Bau- und Umweltausschuss hatte sich allerdings eine Mehrheit dafür eingesetzt, den vorgesehenen Bereich für mögliche Standorte an der Bundesstraße 28 Richtung Osten, ungefähr bis zum Parkplatz an der Bundesstraße, zu erweitern.

Günter Walker (FWV) schilderte dem Gemeinderat nochmals die Argumente dafür: Diese Erweiterung in Richtung Felder im Gewann „Hohe Mark“ sei notwendig, wenn man tatsächlich Windräder ermöglichen wolle. Weise man nur die Deponiefläche selbst als Standort aus, handle es sich eher um eine Verhinderungsplanung, fand Walker.

Dem trat Bürgermeister Jürgen Soltau entgegen. Ob das Gelände der Erddeponie für eine stabile Gründung von Windrädern geeignet sei, müssten weitere Untersuchungen erst noch zeigen. „Immerhin ist im Bebauungsplan dort nach Verfüllung der Deponie ein Aussichtsturm vorgesehen“, erinnerte er.

Und auch der umgebende Waldstreifen komme durchaus als Standort infrage, befand er. Auch Günter Brucklacher (FWV) plädierte für den kleineren Bereich, weil mit ihm ein Mindestabstand zur Wohnbebauung von 1000 Metern eingehalten sei.

Ob sich eines Tages überhaupt Rotoren dort drehen, ist auch von anderen Faktoren abhängig. So werde der Nachbarschaftsverband für jeden vorgeschlagenen Standort noch die Umweltverträglichkeit prüfen, sagte Soltau. „Wenn sich herausstellt, dass wir dort den Roten Milan schreddern würden, sollten wir es natürlich lassen.“

Im Übrigen seien selbst die besten Windkraftstandorte im Kreis Tübingen in ihrem möglichen Ertrag eher durchschnittlich und Standorten auf der Alb klar unterlegen. Bei drei Enthaltungen beschloss der Gemeinderat, die kleinere Fläche als möglichen Standort auszuweisen.

gor

„Konzentrationszone“ vorgeschlagen

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25.05.2012, 12:00 Uhr

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