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„ResMed“ macht dicht

Konzern nennt „strategische Gründe“ / Allen 40 Mitarbeitern wurde gekündigt

Der „ResMed“-Standort in Freudenstadt (vormals „Gründler medical“) wird zum 31. Januar geschlossen. Sämtlichen 40 Mitarbeitern sowie dem früheren Gründler-Management wurde gekündigt.

10.11.2015

Von Monika Schwarz

Freudenstadt. Die Schließung des Freudenstädter Standorts erfolge aus „strategischen Gründen?, so die Konzernführung, die intern vor drei Wochen über diesen Schritt informiert und sämtliche Kündigungen zu diesem Termin ausgesprochen hat.

Eine ausgesprochen erfolgreiche Unternehmensgeschichte in Freudenstadt geht damit zu Ende. Das Vorzeige-Unternehmen, das im Bereich der Medizintechnik unter anderem Komplementärprodukte zu medizinischen Beatmungsgeräten produziert, hat eine ausgesprochen steile Entwicklung hinter sich. Im Jahr 2011 beschloss die damalige Unternehmensführung mit den Geschäftsführern Markus und Christoph Gründler sowie Philipp Hiereth aus Expansionsgründen zunächst den Umzug vom bisherigen Sitz in der Carl-Benz Straße ins neue Freudenstädter Gewerbegebiet Sulzhau, wo sich die damalige Gründler GmbH als zweiter großer Betrieb nach dem Bauhaus ansiedelte. 2,85 Millionen Euro wurden damals in das Gebäude investiert. Schwierige logistische Verhältnisse am alten Standort und der Erfolg des Unternehmens erforderten seinerzeit diesen Schritt.

Bereits im August 2011 wurden dann überraschenderweise sämtliche Gesellschaftsanteile der Gründler GmbH an das US-amerikanische Unternehmen „ResMed? verkauft. Eine Notwendigkeit für diesen Schritt hatte es seinerzeit laut Auskunft der Geschäftsführung nicht gegeben. Das Unternehmen erzielte damals einen Jahresumsatz von rund zwei Millionen Euro und machte sich vor allem durch seinen neu entwickelten und preisgekrönten Beatmungsbefeuchter „HumiCare? einen Namen.

Der Verkauf an „ResMed? wurde seitens der Geschäftsführung damals als Chance gewertet, den man an Bedingungen geknüpft hatte, so die Geschäftsleitung seinerzeit bei Bekanntgabe des Schritts gegenüber der Presse. Bedingung ? allerdings nur auf drei Jahre begrenzt ? war seinerzeit unter anderem eine Standort- und Mitarbeitergarantie. Ausgehandelt hatte man auch, dass die bisherige Geschäftsführung bestehen bleibt.

Im Anschluss an diese drei Jahre, so äußerte sich Geschäftsführer Hiereth damals gegenüber der Presse, werde sich dann zeigen, „wie gut wir gearbeitet haben?. Davon hänge dann auch ab, wie es mit dem Standort in Freudenstadt weitergeht.

„ResMed? hatte seinerzeit angekündigt, ein „Center of Excellence? für die Befeuchtung medizinischer Gase in Freudenstadt etablieren zu wollen. Seitens der Gründler-Geschäftsleitung war euphorisch von einem „Wunschpartner? die Rede gewesen, dessen hoher Qualitätsanspruch sehr gut zum Produkt von „Gründler medical? passe. Auch mit Blick auf eine Chancen-Risiken-Abwägung hatte man den Schritt seinerzeit verteidigt. Denn: Sollte „HumiCare? aus irgend welchen Gründen nicht mehr am Markt bestehen können, dann „gehen in der Firma die Lichter aus?, so Geschäftsführer Philipp Hiereth seinerzeit.

Er sollte recht behalten: Die Lichter gehen nun tatsächlich aus. Allerdings nicht aus den damals genannten Gründen, sondern aus „strategische Gründen?. Was auch immer darunter zu verstehen ist. Den 40 Mitarbeitern dürfte es jedenfalls ziemlich egal sein, warum sie ab Februar auf der Straße stehen.

Der „ResMed“-Standort im Freudenstädter Gewerbegebiet Sulzhau (früher „Gründler medical“) wird zum 31. Januar geschlossen. Die Konzernführung nennt für diesen Schritt „strategische Gründe“. Die 40 Mitarbeiter und das frühere Gründler-Management haben die Kündigungen bereits erhalten.Bilder: mos

Den Verkauf der „Gründler medical“ an das US-Unternehmen „ResMed“ sah die Geschäftsleitung einst als Chance. Und jetzt das Aus für die einst erfolgreiche Firma.

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Erstellt:
10. November 2015, 12:00 Uhr
Aktualisiert:
10. November 2015, 12:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 10. November 2015, 12:00 Uhr

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