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„Kopffüßler“ machten ihn berühmt
Horst Antes' Skulptur „Spaltkopf Variante B“ (1975/76) in der Kunsthalle Würth. Foto: dpa
Maler

„Kopffüßler“ machten ihn berühmt

Horst Antes gehört zu den prägendsten bundesrepublikanischen Künstlern. Nun wird er 80 Jahre alt.

27.10.2016
  • DPA

Karlsruhe. Der „Kopffüßler“ ist sein Markenzeichen – jene rumpflose Figur, die im Profil das Bild durchschreitet. Sie hat Horst Antes berühmt gemacht. Einer der Begründer der neuen figurativen Malerei in Deutschland ist jedoch auch ein bedeutender Sammler afrikanischer und indianischer Kunst. Manche dieser archaischen Figuren hat er erst bekannt gemacht. Er selbst bleibt lieber im Hintergrund. Auch zum 80. Geburtstag, den er am Samstag feiert. Heute lebt und arbeitet er dort, wo es ihn schon als Kunststipendiat hingezogen hat: in Italien.

1936 im hessischen Heppenheim geboren, studierte er von 1957 bis 1959 an der Akademie der Bildenden Künste in Karlsruhe bei HAP Grieshaber. Als einer der ersten Künstler im Nachkriegsdeutschland ließ Antes die Abstraktion hinter sich. Mit seinen kraftvollen Farben und dem „Kopffüßler“ fand Antes seit den 60er Jahren zu einer ganz persönlichen Handschrift. Später rücken andere Motive und Farben in den Vordergrund: eher dunkle Bilder von Häusern ohne Türen und Fenster oder die „Datumsbilder“, bei denen er Zahl um Zahl übermalt – als Symbol der Vergänglichkeit.

Schon mit 29 wurde er als Leiter einer Malklasse an die Karlsruher Akademie berufen. 1967 erhielt er dort eine Professur. Er war lange Jahre an der Karlsruher Kunstakademie, lehrte aber auch an der Hochschule für Bildende Künste in Berlin. Einer seiner Schüler war Anselm Kiefer.

Der vielfach preisgekrönte Antes nahm wiederholt an der documenta teil, war bei den Biennalen in Sao Paolo und in Venedig. Seine Werke sind in internationalen Museen vertreten, Antes-Skulpturen stehen im öffentlichen Raum.

Er gilt als ausgesprochen vielseitiger Künstler, ist jedoch auch ein passionierter Sammler von Ethnografika. Zwei Sammlungen hat er als Dauerleihgaben an die Staatlichen Museen Berlin gegeben: die Sammlung südamerikanischer Federobjekte sowie seine umfangreiche Sammlung ritueller Kachina-Puppen nordamerikanischer Hopi-Indianer.

Interviews zum Geburtstag gibt der Vater von zwei erwachsenen Kindern nicht. Er lässt lieber seine Kunstwerke sprechen. dpa

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27.10.2016, 06:00 Uhr

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