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Kopp-Verlag schloss Vergleich mit Bettina Wulff

Berichte über das angebliche Vorleben von Ex-Präsidentengattin Bettina Wulff habe der Rottenburger Kopp-Verlag bereits eingestellt, „als das ,Kesseltreiben' gegen Herrn Wulff überhand nahm“. Das schrieb uns am Montag Jochen Kopps Anwalt Rolf Becker.

11.09.2012
  • Gert Fleischer

Rottenburg. Die „Süddeutsche Zeitung“ (SZ) hatte am Samstag über die Spekulationen und Gerüchte geschrieben, die es seit der Wahl Christian Wulffs zum Bundespräsidenten auch über dessen Ehefrau gab. Erkenntnis der SZ: Die Vorhaltungen, Bettina Wulff habe im Rotlichtbereich, gar als Prostituierte gearbeitet, seien Verleumdung.

Die Gerüchtewelle hatte ihren Höhepunkt im Dezember 2011. Damals hatte die „Berliner Zeitung“ geschrieben, „Bild“ habe noch eine Geschichte über das frühere Leben von Bettina Wulff in der Schublade. Udo Ulfkotte stellte dies in „Kopp online“ dar und fügte hinzu: „Angeblich verfügt die Redaktion über Informationen, die bisher auf Weisung von ganz oben nicht gedruckt werden dürfen.“ Wen er mit „ganz oben“ meinte, erläuterte Ulfkotte nicht. Auch im Fortgang beließ er es bei Hypothesen, Hinweisen auf „unschöne Gerüchte“ im Internet über Wulff und das „angebliche Vorleben seiner jungen Frau im Rotlichtmilieu“.

Zwei Tage später schrieb Ulfkotte erneut in „Kopp online“. Unter der Überschrift ein Foto, das Bettina Wulff anscheinend bei eine Aufklärungsaktion zeigt, neben sich ein Mädchen, vor sich mehrere Penis-Nachbildungen, teils mit übergezogenem Kondom. Darunter der Text, Bettina Wulff habe „mehr praktischen Sexualkundeunterricht an deutschen Schulen“ gefordert. Es folgt eine Passage über Bettina Wulffs (geborene Körner) Leben in jungen Jahren in Hannover. Es gehe nun um das Ansehen der Bundesrepublik im Ausland. Ulfkotte schrieb, es wäre „wünschenswert, dass ‚Betty‘ und ihr Ehemann ganz schnell nicht nur die Netzstrümpfe einpacken und den Amtssitz des Staatsoberhaupts räumen würden“.

Auf diese Passagen ging die SZ ein. Sie schloss diesen Absatz so: „Verlag und Autor haben im April 2012 eine Unterlassungserklärung abgegeben, und der Kopp-Verlag zahlte an Bettina Wulff 10.000 Euro ‚zur Erledigung‘ aller Ansprüche. Eine Art Schmerzensgeld.“

Verlagschef Jochen Kopp, den wir gestern um Auskunft baten, ließ seinen Rechtsanwalt Rolf Becker aus Köln antworten. Der Kopp-Verlag habe sich damals mit der Berichterstattung renommierter Medien wie „Berliner Zeitung“ oder „Die Welt“ beschäftigt, auch mit Gerüchten um Restriktionen zu weiteren Berichterstattungen. Becker für den Kopp-Verlag: „Die Berichterstattung hierzu wurde eingestellt, als das ’Kesseltreiben‘ gegen Herrn Wulff überhand nahm“.

Danach sei Bettina Wulff über ihren Anwalt gegen den Verlag vorgegangen. Der Verlag habe letztlich, auch um eine öffentliche gerichtliche Auseinandersetzung zu vermeiden, „ohne Anerkennung einer Rechtspflicht eine Unterlassungserklärung abgegeben und, wie auch Frau Wulff, einem Vergleich zwischen den Parteien zugestimmt.“ Weshalb oder wofür der Kopp-Verlag die 10.000 Euro zahlte, wollte Becker nicht mitteilen. In Ansehung der vergleichsweisen Einigung sollten keine Details mitgeteilt werden.

Auf unsere Frage, ob Ulfkotte Bettina Wulff Gelegenheit zur Stellungnahme gab, ging der Anwalt nicht ein. Einen Verstoß gegen die journalistische Sorgfaltspflicht habe Wulffs Anwalt nicht erhoben.

Der Kopp-Verlag sei nicht das einzige Medium, das neben der Unterlassungserklärung auch Geld zahlte. Rechtsanwalt Becker: „Es gibt Medienunternehmen, die eine weitaus höhere, als die in der Berichterstattung genannte Summe (deutlich fünfstelliger Betrag) gezahlt haben.“


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