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Korb würdigt NS-Gegner mit Mini-Park
Voller Symbole: Skulptur des Nazi-Gegners Alfred Leikam. Foto: Klaus Mall
Widerstandskämpfer

Korb würdigt NS-Gegner mit Mini-Park

Alfred Leikam bekämpfte die Nazis und überlebte das KZ. Die Gemeinde Korb ehrt ihn nun mit einem Garten.

24.10.2016
  • HANS GEORG FRANK

Korb. Kopf und Hand seien Sinnbild für das Denken und Handeln in christlichem Sinn, worauf auch das Kreuz hinweise. Die Brille zeige, „dass er die unguten Entwicklungen erkannte“, erklärt der Bildhauer Guido Messer (75) seine Gedenkskulptur für Alfred Leikam. Mit dem Bronzeguss auf einen Sandsteinsockel ehrt Korb (Rems-Murr-Kreis) den Widerstandskämpfer.

Leikam – 1915 in Korb geboren, 1992 in Schwäbisch Hall gestorben – wurde 2002 von der israelischen Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem der Ehrentitel „Gerechter unter den Völkern“ verliehen. In Korb hat die evangelische Kirchengemeinde 1994 Leben und Verdienste mit einer Tafel im Pfarrhaus gewürdigt.

Jetzt benennt die bürgerliche Gemeinde ein grünes Dreieck in „Alfred-Leikam-Garten“, mit Messers Skulptur als Blickfang. Vorher habe es keine Stelle gegeben, „die der Person des Widerstandskämpfers angemessen gewesen wäre“, erklärte Hauptamtsleiter Christoph Schulz. Leikam hatte beim CVJM erkannt, dass Hitlers „Mein Kampf“ der Bibel widerspricht. Beim Disput mit dem Bürgermeister bekräftigte er seine Haltung: „Ich werde den Nationalsozialismus bis aufs Messer bekämpfen.“ Leikam wurde ins Polizeigefängnis Welzheim gesteckt, dann ins KZ Buchenwald. Dort hat er mindestens einem Juden das Leben gerettet, als er dessen Papiere fälschte. Anderen Gefangenen steckte er Brot zu.

In Korb hatte offenbar niemand damit gerechnet, dass Leikam lebendig zurückkommen würde. Die Amerikaner setzten ihn als Bürgermeister ein. Als Leiter der Entnazifizierungskammer handelte er sich weitere Anfeindungen ein. 1948 wechselte er nach Esslingen als Notar, über Waiblingen kam er schließlich nach Schwäbisch Hall. Dort war er SPD-Kreisvorsitzender, Mitglied von Kreistag und Kirchengemeinderat. Von der christlichen Haltung rückte er nie ab. Als Anhänger der Bekennenden Kirche hatte er sein Lebensmotto der Apostelgeschichte entliehen: „Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen.“

Hans Georg Frank

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24.10.2016, 06:00 Uhr

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