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Streit mit dem Land geht weiter

Kosten für Feuerwehr-Ausrüstung: Dußlingen will Gespräch mit Innenministerium

Der Rechtsstreit um die Kosten für die spezielle Feuerwehr-Ausrüstung zur Sicherung des B 27-Tunnels geht weiter. Ansonsten hat die Dußlinger Feuerwehr 2014 ein vergleichsweise ruhiges Jahr mit insgesamt 380 Einsatzstunden erlebt.

07.01.2015
  • Amancay Kappeller

Dußlingen. Ende November hatte das Verwaltungsgericht Sigmaringen die Klage abgewiesen: Die Gemeindeverwaltung fordert vom Land die Übernahme der Kosten für die spezielle Ausrüstung wie Atemschutzgeräte und Wärmebildkameras, die für die Sicherung des B 27-Tunnels notwendig sind. Rund 200 000 Euro hat Dußlingen hierfür ausgegeben. Um Bewegung ins Zuständigkeits-Wirrwarr zwischen Land und Bund zu bringen, hatte die Gemeinde angekündigt, die Ausrüstung wieder zu verkaufen – umso einen Neukauf auf Kosten des Landes oder des Bundes zu erzwingen.

Dass Dußlingen mit seiner Klage vor dem Verwaltungsgericht scheiterte, sei absehbar gewesen, sagte Bürgermeister Thomas Hölsch am Montagabend bei der Hauptversammlung der Feuerwehr. Derzeit werde die Urteilsbegründung geprüft. Für die Gemeinde sei es ein positives Zeichen, dass die Verwaltungsrichter signalisiert hätten, dass das Land in dem Fall in der Verantwortung stehe. Noch im Januar wolle man nun das Gespräch mit Zuständigen beim Innenministerium suchen, berichtete Hölsch. Berufung wurde zugelassen; falls die Gemeinde selbige einlegt, kommt der Fall vor den Verwaltungsgerichtshof – sofern das Land vorher nicht einlenkt und zumindest einen Teil der Kosten übernimmt. „Es wird eine sehr spannende Geschichte bleiben“, so Hölsch. „Aber wir sind zuversichtlich und hoffen auf Einsicht in Stuttgart.“

Kommandant Frank Klett gab einen Überblick über die 20 Einsätze des vergangenen Jahres. Im Vergleich zu 2013 sei 2014 ruhig verlaufen: Insgesamt kamen bei den ehrenamtlichen Brandbekämpfern nur rund 380 Einsatzstunden zusammen. „2013 war es das Vier- bis Fünffache“, sagte Klett. Insgesamt wurden von Freiwilligen – Übungen, technischer Dienst und Lehrgänge inklusive – knapp 5000 Stunden abgeleistet. Der 800 Quadratmeter große Übungshof konnte in Eigenarbeit gepflastert werden. Zwei außergewöhnliche Einsätze verzeichnete man im vergangenen Jahr. Am 30. September brannte im Müllentsorgungszentrum in Dußlingen im südlichen Teil der Bunkerhalle Sperrmüll auf rund 100 Quadratmetern. Die Feuerwehren aus Dußlingen und Nehren bekämpften den Brand von zwei Seiten. Die Halle musste mit einem Radlader ausgeräumt werden. Am 15. Dezember war es in der Maria-Sibylla-Merian-Realschule in einem Klassenraum zu einer Verpuffung gekommen. Dabei wurde die Zwischendecke großflächig zerstört. Eine Schülerin wurde von einer herabstürzenden Deckenplatte verletzt, 14 Schüler/innen wurden mit Verdacht auf ein Knalltrauma in eine Tübinger Klinik gebracht.

Im Juli war die Partnerwehr aus Mezzocorona zu Besuch. Im selben Monat nahmen die Brandbekämpfer am 32. Kreisfeuerwehrtag in Ofterdingen teil. Frank Klett dankte abschließend allen, die sich für die Feuerwehr Dußlingen „über das eigentliche Maß eingesetzt haben“. Sven Laichinger, erster stellvertretender Kommandant, blickte auf erfolgreich absolvierte Ausbildungen im vergangenen Jahr zurück. Heiko Kuttler, zweiter stellvertretender Kommandant, gab einen Überblick über Neuerungen bei der technischen Ausstattung. Im Oktober wurde ein neuer Mannschaftstransportwagen bestellt; im Juni wird er voraussichtlich zur Verfügung stehen. Der Sprungretter musste nach 15 Jahren ersetzt werden. In die Jahre gekommen ist auch das Tanklöschfahrzeug, das bereits 25 Jahre auf dem Buckel hat. Thomas Hölsch stellte eine Ersatzbeschaffung im Jahr 2017 in Aussicht. Mit Kosten von rund 360 000 Euro müsse man rechnen, so Hölsch.

Marco Buess, seit August neuer Tübinger Kreisbrandmeister, stellte sich der Dußlinger Wehr vor. Der 43-jährige Diplom-Ingenieur, der in Ofterdingen wohnt, ist seit 2001 bei der Berufsfeuerwehr. Zehn Jahre war er in Koblenz im Einsatz. 2011 wurde Buess Kreisbrandmeister in Konstanz. Er komme viel rum, sagte Buess und könne deshalb attestieren: „Hier in Dußlingen ist sehr, sehr viel Aktivität. Das Ergebnis lässt sich präsentieren, um den Nachwuchs mache ich mir in Dußlingen keine Sorgen.“

Kosten für Feuerwehr-Ausrüstung: Dußlingen will Gespräch mit Innenministerium
2014 war für die Dußlinger Feuerwehr ein vergleichsweise ruhiges Jahr, jedenfalls was die Einsätze betrifft. Mediale Aufmerksamkeit hatten die Dußlinger vor allem wegen des Rechtsstreits zwischen Gemeinde und Land, wer die Kosten für die notwendige Ausrüstung zur Sicherung des B27-Tunnels übernimmt.Bild: ST

Patrick Klett, Leiter der Jugendfeuerwehr, berichtete bei der Hauptversammlung von einer erfreulichen Entwicklung in seiner Abteilung. Die Jugendfeuerwehr hat derzeit 23 Mitglieder im Alter von 10 bis 17 Jahren, darunter drei Mädchen. Der Zulauf sei so groß, dass man nun einen Aufnahmestopp eingeführt habe, sagte Klett. Man hoffe, in den nächsten Jahren viele Jugendliche bei den Aktiven übernehmen zu können. 14-tätig werden Übungsdienste abgeleistet, außerdem gibt es Arbeitseinsätze. 2014 legte die Dußlinger Jugendfeuerwehr beim Kreisfeuerwehrtag in Tübingen mit der Leistungsspange die höchste Auszeichnung der deutschen Jugendfeuerwehr ab. Auch die Altersabteilung mit zur Zeit 24 Mitgliedern hat in den vergangenen Jahren einen „gewissen Aufschwung“ erfahren.

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07.01.2015, 12:00 Uhr

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