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Kostenlos kommt nicht in die Tüte
Kosten Tüten Geld, verzichten die meisten Verbraucher auf sie. Foto: dpa
Händler verpflichten sich freiwillig, Plastik zu begrenzen

Kostenlos kommt nicht in die Tüte

Plastiktüten soll es künftig in den Geschäften nicht mehr kostenlos geben. Vorläufig ist das eine freiwillige Verpflichtung des Einzelhandels.

27.04.2016
  • DIETER KELLER

Berlin. Zwei Jahre Zeit gibt Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) dem Einzelhandel, Plastiktüten nur noch gegen ein Extra-Entgelt abzugeben und so die Flut an Plastikmüll zu begrenzen. Sollten dann noch mehr als 20 Prozent der Tüten kostenlos sein, droht sie doch noch mit einem Verbot.

Erst einmal setzt Hendricks aber auf eine freiwillige Vereinbarung mit dem Handelsverband Deutschland (HDE), die sie gestern unterzeichnete - mit vier Wochen Verspätung. Eigentlich wollte der Handel bereits am 1. April starten. Der Hintergedanke: Wenn die Tüten Geld kosten, verzichten die meisten Verbraucher auf sie. So hat es zumindest in den Lebensmittelgeschäften geklappt, die schon seit Jahren einen Obolus verlangen.

Nach einer EU-Richtlinie dürfen 2019 nur noch 90 Plastiktüten pro Kopf und Jahr verbraucht werden, 2025 maximal 40. Das erste Ziel schafft Deutschland mit derzeit 71 längst. Doch Hendricks will mehr Ehrgeiz entwickeln, um mit der "Ex-und-Hopp-Mentalität" Schluss zu machen.

Zumindest aus der Sicht des Umweltschutzes sind Plastiktüten nach den Worten von Hendricks "eigentlich kein Problem". Sie machen weniger als 0,2 Prozent des Abfalls aus und landen ganz überwiegend in der Gelben Tonne und damit im Recycling oder in Verbrennungsanlagen und nicht im Meer wie in vielen Ländern, wo sie jahrzehntelang eine große Belastung darstellen.

Der HDE kann seine Mitglieder zu nichts verpflichten, sondern nur eine freiwillige Vereinbarung aushandeln, die bisher 260 Händler unterschrieben haben. Darunter finden sich Branchengrößen wie Karstadt, Kaufhof, die DM-Drogeriemärkte sowie Media-Markt und Saturn. Auch einige große Textilhändler wie Adler, C&A und Kik machen mit. Dagegen fehlen auf der Liste noch Namen wie Breuninger, Peek & Cloppenburg oder Wöhrl. Gerade in dieser Branche gab es kontroverse Diskussionen, gestand HDE-Präsident Josef Sanktjohanser. Wer für ein paar hundert Euro einen Anzug oder ein Kleid kauft, ist wenig begeistert, wenn er oder sie noch 20 Cent für die Plastiktüte zahlen soll. Hendricks wirbt dafür, mit den Einnahmen gemeinnützige Umweltinitiativen zu unterstützen.

Ausgenommen von der Vereinbarung sind dünne Plastiktüten, in die aus Hygienegründen lose Lebensmittel wie Fleisch, Wurst oder Obst eingepackt werden. Dagegen gilt sie auch für besonders dicke Tüten, die nach der EU-Verordnung eigentlich ausgenommen sind, weil sie vielfach verwendet werden.

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27.04.2016, 06:00 Uhr

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