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Kranke Kinder haben bald eine zentrale Anlaufstelle
Monika Moll, Leiterin der Notfallpraxis für Kinder und Jugendliche
Ärztlicher Notdienst

Kranke Kinder haben bald eine zentrale Anlaufstelle

Am 1. Dezember eröffnet am Uniklinikum eine zentrale Notfallpraxis für Kinder und Jugendliche.

25.11.2016
  • Philipp Koebnik

Wenn ein Kind am Wochenende oder an einem Feiertag schwerer erkrankt, können sich die Eltern künftig nicht mehr bei einem niedergelassenen Arzt melden, sondern müssen sich an das Uniklinikum (UKT) wenden. Denn am 1. Dezember wird der ärztliche Notdienst für Kinder und Jugendliche im Landkreis Tübingen neu strukturiert: Es gibt dann eine zentrale Notfallpraxis in den Ambulanzräumen der Kinderklinik (Hoppe-Seyler-Straße 1, Gebäudenummer 410, Ebene 3). In den vergangenen Jahren wurden bereits der allgemeinärztliche Dienst und der HNO-Bereitschaftsdienst zentralisiert.

An den Wochenenden und an Feiertagen hat die neue Notfallpraxis von 10 bis 19 Uhr geöffnet. Patienten können im Parkhaus P4 ihr Auto abstellen, der Fußweg zur Praxis ist ausgeschildert und beträgt nur wenige Minuten. Telefonisch zu erreichen ist der kinder- und jugendärztliche Bereitschaftsdienst unter: 0180 6070710. Unter der Woche bieten die niedergelassenen Ärzte von 18 bis 21 Uhr eine telefonische Rufbereitschaft an. Den Notdienst teilen sich 14 niedergelassene Ärzte aus dem Kreis untereinander auf. Einer von ihnen ist jeweils vor Ort. Medizinische Fachangestellte entscheiden, welche Behandlung die Kinder und Jugendlichen benötigen.

„Der stationäre und der ambulante Bereich rücken nun näher zusammen“, freute sich der Vorstandsvorsitzende des UKT und Leitende Ärztliche Direktor Prof. Michael Bamberg beim gestrigen Pressegespräch. „Das war fast schon überfällig.“ Die medizinische Versorgung junger Menschen werde deutlich verbessert. Im Vorfeld habe man alles dafür getan, dass „sich die Kollegen hier gut zurechtfinden und mit der Ausstattung zufrieden sind“.

Die neue Struktur entlaste die niedergelassenen Ärzte, sagte Johannes Fechner, der stellvertretende Chef der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg. „Hauptgewinner“ seien aber die Patienten, die nun eine zentrale Anlaufstelle haben – nach dem Motto: „Hier brennt Licht, hier geh‘ ich hin“, so Fechner. Das Ganze bringe „keine Riesen-Verbesserung“, so Fechner, aber eine sinnvolle Konzentration.

Man verlasse „ein sehr gut funktionierendes System“, weshalb „eine gewisse Wehmut“ mitschwinge, sagte die ärztliche Leiterin der Notfallpraxis und Kreisbeauftragte Monika Moll. Aber: „Wir niedergelassenen Ärzte sind sehr gespannt auf das neue System.“ Zwar habe es in der Ärzteschaft Diskussionen gegeben und nicht alle seien von der Änderung begeistert. Doch Fechner ist gelassen: Er sei zuversichtlich, „dass die Bedenken sich als gegenstandslos erweisen“. Die Vorteile überwögen ganz deutlich.

Eine telefonische Beratung gibt es nicht, während die Notfallpraxis geöffnet ist. Eltern sollen ihre Kinder ohne Voranmeldung dorthin bringen. Ohnedies sei es schwierig, durch den Hörer eine korrekte Diagnose zu erstellen, erklärte der stellvertretende Praxis-Leiter Friedrich Wenk. Wichtig sei, so betonte Fechner, den Notdienst nur in tatsächlichen Notfällen in Anspruch zu nehmen, wenn die Behandlung also nicht bis zum Montag warten kann.

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25.11.2016, 01:00 Uhr

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