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Krankenhaus eröffnet neue Notfallpraxis für Kinder, Jugendliche
Für Notfälle gerüstet

Krankenhaus eröffnet neue Notfallpraxis für Kinder, Jugendliche

Das Angebotsspektrum im Freudenstädter Krankenhaus wird verbessert: Am Samstag geht dort die Notfallpraxis für Kinder und Jugendliche an den Start. Diese steht an Wochenenden und an Feiertagen mit einer qualifizierten Ärzteschaft rund um die Uhr für akute Notfälle bereit.

27.11.2015
  • Monika Schwarz

Freudenstadt. Das Freudenstädter Krankenhaus wird damit zur zentralen Einrichtung für den ärztlichen Notfalldienst, da auch die Notfallpraxis für die Erwachsenen im Hause angesiedelt ist.

Die ärztliche Leitung dieser Notfallpraxis übernimmt der Freudenstädter Kinderarzt Dr. Stefan Langrehr. Insgesamt werden sich 18 Kinder- und Jugendärzte aus der Region Calw/Freudenstadt die Dienste teilen und während des gesamten Jahres an Feiertagen und Wochenenden für die jungen Patienten zur Verfügung stehen.

Unterstützt werden diese von insgesamt sechs Krankenschwestern und medizinischen Fachangestellten, die eigens eingestellt worden sind. Anwesend sind sie normalerweise von 9 bis 15 Uhr, danach wird die Versorgung der akut erkrankten Kinder von der Kinderklinik unter der Leitung von Chefarzt Dr. Gerald Hellstern übernommen. Eine Voranmeldung in der Praxis ist aufgrund der Notfallsituation nicht erforderlich. Eltern können mit ihrem erkrankten Kind also jederzeit vorbeikommen. Telefonisch ist die Notfallpraxis mit ihrem Bereitschaftsdienst unter der Telefonnummer 01805/19292160 im Bedarfsfall erreichbar.

Dr. Johannes Fechner, der stellvertretende Vorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg (KVBW) sprach von einer „Triple-Win-Situation“, als er die Notfallpraxis gemeinsam mit den verantwortlichen Ärzten sowie dem kaufmännischen Geschäftsführer der KLF, Martin Vitzithum, der Presse vorstellte.

Gewinner sei einmal das Krankenhaus, das durch diese Praxis während der Anwesenheit der Kinderärzte von den Notfällen und Erkrankungen am Wochenende und an Feiertagen entlastet wird. Fälle, die im Grunde gar nicht ins Krankenhaus gehören, weil sie mit einfacheren Mitteln zu behandeln sind.

Umgekehrt würden aber auch die niedergelassenen Kinderärzte entlastet, weil die Nachtdienste grundsätzlich vom Krankenhaus übernommen werden und der Feierabend deshalb gesichert ist. „Lebensqualität“ sei eben auch ein wichtiger Faktor, um in Zukunft junge Ärzte für den ländlichen Raum zu gewinnen, so Fechner.

Hauptgewinner bei alledem aber ist der kleine Patient, der die gesamte ärztliche Betreuung und Expertise an einem einzigen Ort in Anspruch nehmen kann. „Und wenn sich bei der Untersuchung herausstellen sollte, dass der Patient tatsächlich ernsthaft erkrankt ist und stationär behandelt werden muss, dann ist er gleich am richtigen Ort“, sagte Fechner.

Die Einrichtung eines kinderärztlichen Notdienstes ist seit drei Jahren in Vorbereitung und war vor allem deshalb schwierig, weil es mit Horb gerechnet nur sechs Kinderärzte gab, die dafür in Frage kamen. Bislang gab es einen solchen Dienst zwar im Kreis Calw, dort fehlte allerdings die Kinderklinik im Hintergrund.

Damit entstand die Idee, die Praxis mit Unterstützung auch der Calwer Kinderärzte in Freudenstadt anzusiedeln, wo eine Klinik vorhanden ist. Ganz ohne Überzeugungsarbeit ging das freilich nicht, sagt Dr. Langrehr. Zumal auf die Freudenstädter Kinderärzte durch die Einrichtung der Notfallpraxis etwas mehr Dienste zukommen als bisher und auch die Calwer Ärzte nun längere Fahrtwege in Kauf nehmen müssen. Dass am Ende doch alle dafür waren, das sei auch der Flexibilität der Kassenärztlichen Vereinigung und dem Entgegenkommen der Kinderklinik geschuldet, die ja nun die Zeit vor neun Uhr morgens und nach 15 Uhr mit eigenem Personal abdeckt, sagt Langrehr. Hinzu kommt, dass die Kinderärzte nun nicht mehr im allgemeinen Notdienst eingeteilt sind.

Für Chefarzt Dr. Gerald Hellstern bietet die Notfallpraxis den Vorteil, dass er und sein Team von den Kinderärzten im Hause just dann entlastet werden, wenn normalerweise die Visiten im stationären Bereich stattfinden, die das Personal binden. „Die schon immer sehr gute Zusammenarbeit zwischen der Kinderklinik und den niedergelassenen Kinderärzten wird durch die neue KV-Notfallpraxis nochmals intensiviert“, ist Hellstern überzeugt.

Für die Notfallpraxis wurden im Medizinischen Versorgungszentrum zwei Räume im Erdgeschoss kindgerecht eingerichtet und mit dem notwendigen Equipment ausgestattet. Sollte sich bei der Untersuchung herausstellen, dass eine weitere medizinische Versorgung erforderlich ist, dann werden die Patienten ohne Umwege in die Kinderklinik im Stockwerk darunter verlegt.

Info Rund 120 Notfallpraxen gibt es zwischenzeitlich im Land, die nächsten Kindernotfallpraxen befinden sich in Karlsruhe, Villingen-Schwenningen, Tübingen und Böblingen.

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27.11.2015, 01:00 Uhr

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