Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen
Medizinstudium

Krankenkasse unterstützt Reformidee

Wer auf dem Land praktizieren will, soll bald leichter eine Arztausbildung beginnen können.

03.04.2017
  • LSW

Stuttgart. Regierung und Krankenkassen im Südwesten halten die Reform des Medizinstudiums im Kampf gegen fehlende Landärzte für den richtigen Schritt. Gesundheitsminister Manfred Lucha (Grüne) bezeichnete den Beschluss am Samstag als „echten Durchbruch“, um gute medizinische Versorgung flächendeckend auch im ländlichen Raum anbieten zu können. „Die Patienten wollen zu Recht hochmoderne Medizin und Pflege nah an ihrem Wohnort – der Masterplan greift genau diese Punkte auf.“

Bund und Länder hatten am Freitag den „Masterplan Medizinstudium 2020“ beschlossen, um dem Mangel an Landärzten entgegenzuwirken. Um mehr Landärzte zu gewinnen, soll den Ländern die Einführung einer Quote ermöglicht werden. Sie können dann bis zu zehn Prozent der Studienplätze vorab an Bewerber vergeben, die sich verpflichten, für bis zu zehn Jahre in der hausärztlichen Versorgung in ländlichen Regionen tätig zu sein. Hochschulen sollen bei der Auswahl neben der Abiturnote zudem mindestens zwei weitere Kriterien anwenden.

Die Abinote dürfe nicht mehr Hauptkriterium für deinen Studiumsplatz sein, sagte AOK-Landeschef Christopher Hermann. „Wir müssen wegkommen von dem Einser-Schnitt, da muss noch mehr rein.“ Soziale Kompetenz sei ebenso wichtig wie das Beherrschen von Formeln.

Verpflichtende Praxisphasen

Ehrenamtliches Engagement sollte bei der Bewerbung stärker einbezogen werden, betonte Hermann. „So könnte zum Beispiel ein Freiwilliges Soziales Jahr oder ein Pflegepraktikum als Zulassungskriterium stärker berücksichtigt werden.“ Derzeit werden je 20 Prozent der Studienplätze an die Bewerber mit den besten Abinoten und Bewerber mit Wartezeiten vergeben. 60 Prozent kommen über Auswahlverfahren der Hochschulen in das Studium.

Hermann schlug auch verpflichtende Praxisphasen bei Hausärzten im Studium vor, damit die Mediziner in spe die Versorgung vor Ort kennenlernen und sich für diese Tätigkeit interessieren.

„Mit dem Masterplan Medizin stoßen wir wichtige Reformen in der Ärzteausbildung an, insbesondere mehr Praxisnähe und die Stärkung der Allgemeinmedizin“, erklärte Wissenschaftsministerin Theresia Bauer (Grüne) am Sonntag. „Mit der Einrichtung von zusätzlichen Professuren für Allgemeinmedizin geht Baden-Württemberg wesentliche Maßnahmen des Plans bereits kraftvoll an.“ Eine entsprechende Professur in Tübingen ist demnach bereits besetzt, in Ulm läuft die Besetzung, in Freiburg wird die Professur derzeit eingerichtet. dpa

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Dann beachten Sie bitte unsere Hinweise zur Lizenzierung von Artikeln.

03.04.2017, 06:00 Uhr

Sie müssen angemeldet sein, um einen Leserbeitrag zu erstellen.
Anmelden
Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar zu verfassen.
Anmelden
 

 

 
Video-News: Aus Land und Welt
Heute meistgelesenNeueste Artikel
Wirtschaft im Profil
Wirtschaft im Profil

Die aktuelle Ausgabe unseres Business-Magazins Wirtschaft im Profil
Bildergalerien
Videos
Single des Tages
date-click
Video-News: Fußball