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15 Kliniken setzen auf OP-Roboter

Krankenkassen bezahlen moderne Technik

Aus vielen Branchen wie etwa der Automobilindustrie sind Roboter nicht mehr wegzudenken. Aber auch in der Medizin werden sie genutzt.

02.11.2015
  • DPA

Stuttgart Roboter gehören zunehmend zum Klinikalltag im Südwesten. Im vergangenen Jahr seien in Baden-Württemberg 1500 Operationen mit Hilfe eines Roboters vorgenommen worden, teilte die Techniker Krankenkasse (TK) in Stuttgart unter Hinweis auf Daten des Statistischen Bundesamts mit. Damit habe sich die Zahl seit dem Jahr 2010 in etwa verdoppelt. Derzeit werde in 15 baden-württembergischen Krankenhäusern mit Robotern operiert, vor allem bei urologischen Problemen wie Prostatakrebs. Wichtig sei dabei die Schonung der potenzerhaltenden Nervenbündel sowie des Harnröhrenschließmuskels.

Von dem Roboter versprechen sich nach Angaben der Krankenkasse viele Operateure mehr Präzision als von der menschlichen Hand. Sie steuern den Roboter mit Hilfe einer Konsole, über die die Roboter-Arme und die damit verbundenen Instrumente bewegt werden. An einen Bildschirm verfolgt der Arzt das Geschehen. Die Kamera sowie die Instrumente werden über mehrere kleine Einstiche in die Bauchdecke eingeführt.

Die Kosten für den Einsatz der knapp eine Millionen Euro teuren OP-Roboter erhalten die Kliniken zunehmend von den Kassen vergütet. Derzeit sind sie schon in 30 Fallpauschalen enthalten, die die Kliniken mit den Kassen abrechnen können. 2013 war das erst bei drei Fallpauschalen der Fall. Wenn dann für eine Fallpauschale wie etwa "großer Beckeneingriff beim Mann" 8000 Euro statt 7000 Euro überwiesen werden, trage auch die moderne OP-Technik zur Preissteigerung bei. Das Beispiel zeige aber auch, dass der medzinisch-technische Fortschritt von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt werde, sagte TK-Landeschef Andreas Vogt.

Vogt wies allerdings darauf hin, dass bisher Studien fehlen, in denen der Vorteil von Operationen mit Robotern klar belegt wurde. "Die Roboter sollen nicht nur den Kliniken als Marketing-Instrument dienen, sondern tatsächlich die medizinische Versorgung verbessern." Um dies zu überprüfen, müssten die Kliniken die Ergebnisse der Operationen evaluieren und diese veröffentlichen.

Wichtig sei auch, dass sich die Patienten vor der Operation genau über die Vorteile des OP-Roboters aufklären lassen. "Falls es zu Problemen kommt, sollte ein schneller Wechsel zur konventionellen Methode möglich sein", so Vogt.

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02.11.2015, 12:00 Uhr

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