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Krasse Gegensätze der Giganten
Trost von Neymar: Lionel Messi war geknickt. Foto: afp
WM-Qualifikation

Krasse Gegensätze der Giganten

Brasilien trumpft beim 3:0 gegen Argentinien groß auf – Messi und Co. droht das Aus.

12.11.2016
  • WS

Belo Horizonte. Am Ende hatten sie sogar Mitleid mit dem ungeliebten Nachbarn. Ehrfurchtsvoll strichen Neymar und Co. dem mehrmaligen Weltfußballer zum Abschied über den Hinterkopf, während Lionel Messi beschämt zu Boden blickte. Eine Lehrstunde jungen und modernen Fußballs hatte Brasilien beim 3:0 (2:0) über Argentinien hingelegt. „Wir sind nicht dumm, wir wissen, was gerade Schlechtes passiert“, sagte Messi geschockt. „Wir dürfen keine Punkte mehr verschenken.“

Argentinien steuert ungebremst einem Debakel entgegen, während der Rekordweltmeister eine erste, aber nachdrückliche Bewerbung um den WM-Titel 2018 in Russland abgab. Die Gastgeber zelebrierten an der Stätte ihrer größten Demontage vor zwei Jahren im WM-Halbfinale gegen Deutschland (1:7) den Generationswechsel: Philippe Coutinho (25.), Neymar (45.) und Paulinho (61.) trafen in Belo Horizonte für die Gastgeber, die mit 24 Punkten die Tabellenführung in der WM-Qualifikation festigten.

Seit dem Olympiasieg im Finale gegen Deutschland schwimmt Brasilien auf einer Erfolgswelle, die das Team um Neu-Trainer Tite zu fünf Siegen in Folge spülte. Argentiniens Neu-Trainer Edgardo Bauza aber, der mit einem Sieg, zwei Remis und zwei Niederlagen startete, sitzt in der Heimat bereits auf der Anklagebank. Die ständigen Trainerwechsel bei den „Albiceleste“ können die wahren Ursachen für den schleichenden Niedergang allerdings nur übertünchen. Bauza hat nicht wie Brasilien eine neue, junge Generation in der Hinterhand, mit denen er seinen etablierten in die Jahre gekommenen Stars Higuaín oder Mascherano Druck machen kann. Der argentinische Vereinsfußball liegt am Boden. Der durch Korruption und Vetternwirtschaft in Schieflage geratene Verband AFA kämpft ums finanzielle Überleben, die Klubs haben Steuerschulden. Seit Jahren wird Raubbau am eigenen Nachwuchs betrieben und junge Talente auch ins zweitklassige Ausland verscherbelt. Eine Ligareform soll die Wende bringen. Ein erster Schritt, aber zu spät, um die in die Jahre gekommene Auswahl zu unterstützen. Argentinien bekommt nun die Quittung einer Misswirtschaft aus der Ära des verstorbenen Verbandsbosses Julio Grondona, einem der korruptesten Funktionäre des Weltfußballs.

Schon vor dem Trainerwechsel stand Argentinien vor einem Scherbenhaufen, als eine Handvoll routinierter Spieler um Lionel Messi nach der neuerlichen Finalniederlage bei der Copa America in den USA überraschend ihren Rücktritt erklärte. Nur wenige Wochen danach traten Messi und Co. aber vom Rücktritt zurück und retteten Argentinien damit vor einem großen schwarzen Loch, das nach einer Ära Messi droht. Nun wartet am Dienstag das Duell gegen den Tabellendritten Kolumbien auf die Gauchos. Das Problem: Die Cafeteros gelten als Angstgegner Argentiniens. Tobias Käufer

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12.11.2016, 06:00 Uhr

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