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Rainhard Fendrich

„Kreativität kann man nicht steuern“

Rainhard Fendrich hat ein neues Album veröffentlicht, auf dem er den Zeitgeist auch kritisch betrachtet.

15.10.2016
  • UDO EBERL

Ulm. Mit Ihrem aktuellen Album „Schwarzweiss“ haben Sie bei Ihren Fans voll ins Schwarze getroffen. Haben Sie bereits im Studio gespürt, dass etwas Besonderes entsteht?

RAINHARD FENDRICH: Ich war mir zunächst gar nicht sicher, ob mir überhaupt noch etwas einfallen würde. Kreativität kann man ja nicht steuern. Es gibt da ein wunderbares afrikanisches Sprichwort: Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht. Aber das Album konnte über zweieinhalb Jahre hinweg reifen, und es steckt schon eine geballte Ladung meiner Gedanken drin. So sicher, das Richtige getan zu haben, war ich mir noch nie.

Gerade auch weil Sie zeitpolitische Themen nicht umschiffen, sondern offen besingen?

Viele wünschen sich vielleicht leichtere Unterhaltung, aber ich komme aus einer Zeit, in der es Protestsänger gegeben hat, die nicht gegen den Wind gesungen haben, sondern einen Zeitgeist kritisch begleitet haben. Liedtexte von Joan Baez oder Bob Dylan waren Konzentrate und die Speerspitze von Bewegungen und habe einen Generationengefühl ausgedrückt. Das ist uns verloren gegangen. Ich habe aber schon das Gefühl, dass ich mit meinen den Zeitgeist betrachtenden Texten vielen aus der Seele spreche. Ich möchte auch gar nicht missionieren, sondern einfach meine Stimme erheben und Diskussionen anregen. Die Kunst war immer ein Reflektor, der Umgebung, in der sie sich bewegt.

Die Zeit verlangt es vielleicht. Gerade auch in Österreich.

Es ist aber nicht so, dass ich die Tageszeitung lese und mir dann sage, jetzt schreibe ich mal ein Lied. Es geht um Themen, die mich bewegen und verfolgen, mich nicht mehr loslassen und dann zu Liedern werden.

Sie haben das Album sicherlich sehr bewusst „Schwarzweiss“ betitelt.

Für mich ist das Titellied eines der wichtigsten auf dem Album und ein klares Statement gegen Rassismus und Ausgrenzung. Die Menschen sind unterschiedlich, haben verschiedene Hautfarben, Religionen, Kulturen und vielleicht auch Fähigkeiten, aber die Würde eines Menschen muss immer unantastbar sein.

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15.10.2016, 06:00 Uhr

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