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Asyl in Turnhallen

Kreis Reutlingen erwartet bis zu 970 Flüchtlinge

Demnächst werden wohl Feldbetten in Turnhallen und Gemeindesälen aufgestellt: Bis Jahresende erwartet der Landkreis Reutlingen insgesamt 970 Flüchtlinge – 718 sind es derzeit schon.

14.10.2014
  • mre

Kreis Reutlingen. Die Flüchtlingsunterkünfte im Landkreis sind vollbelegt – mit 718 Leuten auf 744 Plätzen. Die Differenz erklärt sich laut Landrat Thomas Reumann mit der Rücksicht, die der Kreis auf unterschiedliche Ethnien und Familiensituationen nehme. Die Haupt-Herkunftsländer seien hier Gambia, Serbien, Mazedonien und Syrien.

Der Kreis suche Liegenschaften und Container-Standorte. Er bereite Notunterkünfte in Turnhallen vor. Und: „Wir denken mit Dekan Jürgen Mohr und dem evangelischen Kirchenbezirk darüber nach, ob wir in Gemeindehäusern und Kirchen Feldbetten aufstellen“, so Reumann.

In Metzingen soll nächste Woche der erste Abschnitt einer Container-Unterkunft im Gewerbegebiet in der Friedrich-Münzinger-Straße in Betrieb gehen. Das wären 36 Plätze. Noch einmal so viele sollen dort im zweiten Abschnitt bis Mitte November geschaffen werden.

Zur Überbrückung sucht der Landkreis auch nach Plätzen in Pensionen und einfachen Hotels. Nicht gerade im Vier-Sterne-Hotel an der Achalm – „das ist nicht die integrierte Lage, die wir uns alle wünschen“, spaßte Kreis-Ordnungsamtsleiter Hendrik Bednarz. Zudem suche der Kreis auch Wohnungen mit je fünf bis sechs Plätzen.

Allein im Oktober bekommt der Kreis Reutlingen 109 Flüchtlinge neu zugewiesen. Bis Jahresende sollen es laut Reumann 970 Asylbewerber und -bewerberinnen sein, die der Kreis vorläufig unterbringen muss. „Ein Spiegelbild der dramatischen Situation an weltweit vielen Brennpunkten“, unterstrich der Landrat.

Die Sammelunterkunft in der Betzinger Carl-Zeiss-Straße will der Kreis irgendwann abreißen und dort einen kleineren Neubau mit nur noch 150 Plätzen hinstellen. Doch derzeit zwinge die Situation den Kreis zur Vollbelegung der Unterkunft. „Wir ringen um jeden Platz“, so Reumann. Voraussetzung für den Neubau sei eine Bebauungsplanänderung – noch gibt es aber keinen Aufstellungsbeschluss des Reutlinger Gemeinderats. Eine mögliche Alternative sei, dass der Bund die Bau-Nutzungs-Verordnung ändere. Die Brandwache zumindest ist in der Zeiss-Straße nachts doppelt besetzt. Reumann: „Wir werden dort kein Risiko eingehen.“

In Tübingen denkt der dortige Landkreis über eine zusätzliche Landes-Erstaufnahmestelle für Asylbewerber nach (wir haben berichtet). Reicht das vorgesehene Grundstück beim Regierungspräsidium nicht für die geplanten 700 Plätze, will der Kreis Reutlingen zwei Außenstellen einrichten. Diese Lösung wäre, so Landrat Thomas Reumann, landesweit ein Novum. Er denke an zwei kleinere Unterkünfte mit je 180 bis 200 Plätzen – eine davon in der Stadt Reutlingen. Im Gegenzug müsste der Landkreis weniger Flüchtlinge auf dem bisherigen Zuweisungs-Weg unterbringen.

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14.10.2014, 12:00 Uhr

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