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Eine Badewanne im Keller

Kreisbaugesellschaft feiert 75-jähriges Bestehen

Die ersten Einfamilienhäuser baute die „Kleinsiedlung eGmbH Tübingen“ Ende der 30er Jahre in der Gartenstadt und in der Eichhaldensiedlung Lustnau für Selbstversorger mit großem Gartenanteil. In ihrem 75. Jahr seit der Gründung 1936 verfügt die Kreisbau Tübingen über 2050 Mietwohnungen und 350 Häuser im Landkreis.

13.05.2011
  • Christiane Hoyer

Kreis Tübingen. Es ist kein Zufall, das die Kreisbau zum 75-jährigen Bestehen in sieben Kreisgemeinden feiert: In der bis 1953 genossenschaftlich organisierten Kreisbau sind alle Städte und Gemeinden des Landkreises sowie Pliezhausen Gesellschafter. Die Gemeinden Gomaringen, Kusterdingen, Neustetten, Starzach und die Stadt Rottenburg wurden erst 1993 in die Gesellschaft aufgenommen, die heute über ein Stammkapital von rund 1,1 Millionen Euro verfügt.

Ihre zentrale Aufgabe, „die „Wohnungsversorgung für breite Bevölkerungsschichten sicherzustellen“, verwirklicht die Kreisbau in enger Abstimmung mit dem Landkreis als Hauptgesellschafter, dem Landrat als Aufsichtsratsvorsitzenden und dem Kreiskämmerer Werner Walz als nebenamtlicher Geschäftsführer neben Berthold Hartmann.

Hartmann, Jahrgang 1953, gehört bei der Kreisbau inzwischen zum Vize-Dienstältesten. Er fing 1980 als Kaufmann bei der Kreisbau an und übernahm 1987 die Geschäftsführung von Georg Tannhäuser (sein Vorgänger ist inzwischen verstorben). Eines der ersten großen Bauprojekte realisierte die Kreisbau vor Hartmanns Einstieg: In den 70er Jahren überbaute die „IG TüWo“ – die Interessengemeinschaft Tübinger Wohnungsunternehmen – den ehemaligen Exerzierplatz in Tübingens Norden.

Beteiligt an der damals höchst modernen Trabantenstadt aus Beton waren außer der Kreisbau und der GWG Tübingen die GSW Sigmaringen und die Postbau-Genossenschaft Baden-Württemberg. Als „sozialen Brennpunkt“ würde Hartmann Waldhäuser Ost mit seinen zahlreichen Sozialwohnungen nicht bezeichnen. Die „lockere Bebauung mit viel Grün“ wirke sich positiv aus. Es gebe „viele langjährige Mieter“. Letztes größeres Projekt der vier Baugesellschaften war die Stäudach-Siedlung in Lustnau, die im Oktober 1992 bezugsfertig war.

Da die Kreisbau vor allem zwischen 1950 und 1970 viel Miet-, Eigentumswohnungen und Pflegeplätze baute, gab es zu Beginn von Hartmanns Ära als Geschäftsführer einen „großen Bestand an Wohnungen, die energetisch in einem urzeitlichen Zustand waren“. Anfang 1987 hatte die Kreisbau 400 Wohnungen ohne Bad – bei einigen gab es immerhin eine Badewanne für alle Mieter im Keller – und über 1000 Wohnungen ohne Zentralheizung. „Wir haben die Altbestände energetisch saniert“, berichtet Hartmann.

Inzwischen seien davon 80 Prozent mit einem aktuellen Standard ausgestattet – seit drei Jahren baut die Kreisbau die kostspieligeren Holzpellet-Heizungen ein, die im Verbrauch sehr gut abschneiden, so Hartmann. Bis 2013 umfasst das Sanierungsprogramm der Kreisbau 177 Wohnungen in 29 Häuern im Kreisgebiet sowie 49 Neubauwohnungen mit einem Investitionsvolumen von 25 Millionen Euro.

Bei der gerade auch von der Stadt Tübingen proklamierten Innenentwicklung bekam die Kreisbau zuletzt den geballten Protest von Anwohnern auf der Wanne zu spüren: Auf zwei Bürgerversammlungen machten sie ihrem Ärger über die geplanten sechs Wohnungen im Brahmsweg 10 und die neun Einheiten in der Hartmeyerstraße 31 Luft. Nach langen Verhandlungen einigte man sich jetzt auf einen Kompromiss – ein Dreivierteljahr später als geplant startete die Kreisbau Ende November 2010 mit den Bauarbeiten.

Den Trend zu betreuten Wohnungen in Kombination mit Pflegeheimen nahm auch die Kreisbau auf: 1987 entstanden in Dettenhausen die ersten betreuten Wohnungen. Damals noch vom Land geförderte Kleinpflegeheime entstanden hier und im Martinshaus Kirchentellinsfurt. Weitere Pflegeplätze kamen in Rottenburg dazu (Haus am Rammert), in Entringen und dem Pauline-Krone-Heim in Tübingen. Als modellhaft für die Zukunft bezeichnet Hartmann die Dusslinger Wohnanlage „Lebensräume für Jung und Alt“. Es gibt also auch in Zukunft für die Kreisbau viel Arbeit. „Die Gemeinden erwarten von uns, dass wir die Probleme vor Ort für sie lösen“, sagt Hartmann.

Kreisbaugesellschaft feiert 75-jähriges Bestehen
Die Kreisbau plante und realisierte 2002 den Anbau ans bestehende Pauline-Krone-Pflegeheim mit 60 Plätzen sowie die betreute Wohnanlage am Nordring.Bild: Kreisbau

Kreisbaugesellschaft feiert 75-jähriges Bestehen
B. Hartmann

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13.05.2011, 12:00 Uhr

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