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Singstunde der Sozis

Kreisdelegiertenkonferenz der SPD in Mössingen

2013 ist Bundestagswahl. Und zugleich wird die SPD 150 Jahre alt. „Das Jubiläum hat einen eigenen Wert für uns“, sagte Kreisvorsitzende Dorothea Kliche-Behnke den Delegierten ihrer Partei aus dem Landkreis, die sich am Freitagabend im Mössinger Lamm trafen.

03.12.2012

Mössingen. Der ermordete französische Sozialistenführer Jean Jaurès definierte das Wahren der Tradition als der Flamme treu zu sein, nicht der Asche. Thomas Volkmann, Vorsitzender der SPD in Tübingen, stellte am Freitagabend im Mössinger „Lamm“ seinen „Info-Input“ zum Jubiläum der sozialdemokratischen Partei unter dieses Motto. Denn die Kreis-SPDler trafen sich zu ihrer Delegiertenkonferenz nur mit diesem einen Tagesordnungspunkt: Wie erinnern wir an die Gründung des Allgemeinen Arbeitervereins im Mai 1863 und an die Grundsatzrede Ferdinand Lassalles in Leipzig einen Monat zuvor? Die Jahre der Verfolgung durch die Sozialistengesetze, der revolutionäre Kampf unter den Bedingungen des Obrigkeitsstaates, die böse Zeit des Faschismus. Keine Partei sonst kann eine solche Altersangabe vorweisen.

Die Anwesenden waren sich einig: Ein paar Feierstündchen, wo nur die kommen, die sowieso immer dahocken, reichen nicht. Das Altehrwürdige muss mit dem Aktuellen verzahnt werden, so führte der Historiker Volkmann aus, die Frage beantwortet: Wie geht es weiter auf „der Bahn, die uns geführt Lassalle“, wie es in einem Arbeiterlied heißt? Zum Beispiel solle die berühmte Reichstagsrede des SPD-Vorsitzenden Otto Wels vom März 1933 mit Zivilcourage und Aufstehen gegen Rechts heute verbunden werden. „Es muss deutlich werden: Demokratie ist etwas, das wir Sozialdemokraten wirklich können,“ meinte Gerhard Boehmler, Mitglied im Kreisvorstand. Es gibt einen Leitfaden aus der Parteizentrale, mit zahlreichen Beispielen, was getan werden könnte. Verordnungen von oben haben oft den Effekt, dass unten wenig passiert. Und vieles davon nur halbherzig betrieben wird.

In Mössingen kamen, von Arbeitsgruppen zusammengestellt, viele Vorschläge auf, die immer davon ausgingen, wie die einzelnen Ortsvereine Geschichte umsetzen können. Wie kam es zur Gründung von Ortsvereinen, was hat „der rote Großvater“ zu erzählen? Landtagsabgeordnete Rita Haller-Haid schlug vor, eine Theatergruppe aus Rottweil zu engagieren, die derzeit das „Lassalle“-Stück von Felix Huby einstudiert. Viele Ortsvereine haben schon vorgearbeitet, als sie eigene Gründungsjubiläen begingen, dieses Material sollte genutzt werden. „Geschichte im Ort.“

Und man will auf die Straße. Und zwar mit Hilfe von „Singstunden für Sozis“, in denen Arbeiterlieder für Frieden und Gerechtigkeit einstudiert werden. Dabei sollen auch SPD-kritische Lieder nicht ausgespart werden, wie das „Seifenlied“, das von einem schaumstarken Stück Seife mit dem Aufdruck „Wählt SPD!“ ausgeht. Moderator Arno Valin, Ortsvereinsvorsitzender in Mössingen, freute sich, dass so viele Ideen zusammengekommen waren. Eine uralte Partei müsse sich überlegen, wie sie mit alten und neuen neuen Idealen durch die nächsten 150 Jahre komme. Die Delegierten-Zusammenkunft in der Stadt des Generalstreiks endete optimistisch mit dem gemeinsamen Gesang der „Internationale“. jon

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03.12.2012, 12:00 Uhr

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