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Umfrage: Kein Lager hat eine Mehrheit

Kretschmann im Politbarometer klar vor Wolf

Wäre am Sonntag Landtagswahl, würde es weder für eine Neuauflage von Grün-Rot noch für die Rückkehr von Schwarz-Gelb reichen: Die AfD als fünfte Partei würde die klassische Lagerbildung verhindern.

21.11.2015
  • ROLAND MUSCHEL

Stuttgart Könnten die Baden-Württemberger ihren Ministerpräsidenten direkt wählen, wäre der Ausgang klar: 58 Prozent der Bürger würden Winfried Kretschmann (Grüne) im Amt bestätigen. CDU-Herausforderer Guido Wolf käme nur auf 17 und SPD-Spitzenkandidat Nils Schmid auf 9 Prozent.

Doch da bei der Landtagswahl die Parteipräferenz entscheidend ist, muss Kretschmann um die Fortsetzung der grün-roten Koalition bangen. Laut ZDF-Politbarometer von diesem Freitag liegt Grün-Rot in der Sonntagsfrage mit gemeinsam 45 Prozent zwar vor Schwarz-Gelb (42 Prozent). Für eine Regierungsmehrheit würde es aber keinem der klassischen Lager reichen.

Denn die für das ZDF tätige Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen sieht als fünfte Partei auch die Alternative für Deutschland (AfD) im Landtag, die in der Umfrage auf 6 Prozent kommt. Da alle anderen Parteien ein Bündnis mit der AfD ausschließen, kämen theoretisch drei Konstellationen in Betracht: Schwarz-Grün, Schwarz-Rot oder eine Ampel aus Grünen, SPD und FDP. Doch mit derartigen Szenarien will sich kein Wahlkämpfer öffentlich beschäftigen.

Die Grünen erreichen 27 Prozent. Das ist ihr bester Umfragewert seit über zwei Jahren und liegt deutlich über dem Wahlergebnis vom März 2011. Damals kam die Ökopartei auf 24,2 Prozent. Die Grünen-Landeschefs Thekla Walker und Oliver Hildenbrand gaben sich am Freitag gewiss, dass es für ihre Partei auch über die aktuellen 27 Prozent hinaus "noch Luft nach oben gibt". Der Koalitionspartner SPD schwächelt dagegen: Die Genossen werden mit 18 Prozent notiert. Damit scheiden sie etwas besser ab als in jüngeren Umfragen anderer Institute, aber liegen eben auch weiter klar unter den 23,1 Prozent, die die SPD bei der Wahl 2011 erzielt hat.

Auch die CDU will sich mit dem Umfrageergebnis "nicht zufrieden geben", so ihr Wahlkampfleiter Thorsten Frei. Sie liegt bei 37 Prozent. In den vergangenen zweieinhalb Jahren hatte sie in allen Umfragen bessere Werte erzielt; bei der Wahl 2011 war sie mit 39 Prozent mangels Koalitionspartner erstmals nach 58 Jahren in die Opposition verbannt worden. Während der Spitzenkandidat das Pfund der Grünen ist, trauen der CDU die Bürger aber in der Flüchtlings-, der Bildungs- und der Wirtschaftspolitik die meiste Kompetenz zu.

Der Wunschpartner der Konservativen, die FDP, notiert bei 5 Prozent (2011: 5,3) und muss erneut um den Wiedereinzug in den Landtag zittern. Scheitern die Liberalen, könnte es doch wieder für Grün-Rot reichen. Es bleibt daher spannend.

Kretschmann im Politbarometer klar vor Wolf

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21.11.2015, 12:00 Uhr

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