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Kanzlerin

Kretschmanns Merkel-Lob provoziert die Grünen

In der europäischen Krise mache den Job niemand besser als Merkel, sagt der Südwest-Regierungschef. Das erzürnt viele Parteifreunde.

04.11.2016
  • GUNTHER HARTWIG (mit dpa)

Berlin. Kurz vor dem Grünen-Parteitag hat sich der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) für eine weitere Amtszeit von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) ausgesprochen und damit eine heftige Debatte in der eigenen Partei ausgelöst.

Der Berliner Bundestagsabgeordnete Hans-Christian Ströbele rügte Kretschmann: „Er kann ja gern sagen, dass er Frau Merkel mag, aber es macht schon einen Unterschied, wenn er sagt: Sie kann Bundeskanzlerin so gut wie sonst keiner. Das sehe ich jedenfalls anders, schon inhaltlich.“ Ströbele betonte, die Koalitionsfrage im Bund sei völlig offen, „nach meiner Einschätzung vielleicht sogar mit einer Tendenz zu Rot-Rot-Grün.“

Der Europa-Abgeordnete Reinhard Bütikofer, langjähriger Weggefährte Kretschmanns in Baden-Württemberg, sagte: „Ich glaube, wenn Winfried Kretschmann anders gefragt wird, kommt er zu dem Ergebnis, dass er sich auch Olaf Scholz ganz gut als Bundeskanzler vorstellen könnte, aber der ist bei der SPD derzeit nicht so im Gespräch.“

Ex-Grünen-Chef Jürgen Trittin nannte Kretschmanns Lob „eine Ohrfeige für die vier Grünen, die sich in einer Urwahl der Parteibasis stellen“. Es konterkariere den Kurs der Eigenständigkeit, den sich Partei- und Fraktionsführung vorgenommen haben. „Geht es nach Kretschmann, sollen die Grünen Wahlkampf nur noch als Juniorpartner von CDU und CSU machen“, kritisierte Trittin. Auch Grünen-Chefin Simone Peter betonte, ihre Partei wolle Merkels große Koalition ablösen und werde dabei ganz bestimmt keine Vorfestlegungen auf etwaige Kanzlerkandidatinnen und -kandidaten vornehmen.

Erfreut reagierte Baden-Württembergs Innenminister Thomas Strobl (CDU), der im Land bereits mit Kretschmann regiert. „Wenn es die Konstellation nach der Bundestagswahl 2017 hergäbe, bin ich dafür, dass wir mit den Grünen ernsthaft sprechen.“ Er sei kein Fan davon, die große Koalition in Berlin fortzusetzen.

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04.11.2016, 06:00 Uhr

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