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Die geheimnisvolle Schlange im Ammertal

Kreuzotter oder nicht Kreuzotter – das ist in Altingen die Frage

Gibt es im Altinger Gewerbegebiet Hagen tatsächlich giftige Kreuzottern? Seit am Mittwoch dort ein Gärtner gebissen wurde, fragen sich das viele. Naturschützer aber haben erhebliche Zweifel, dass es sich bei der bissigen Schlange wirklich um eine streng geschützte Kreuzotter handelt.

17.07.2014
  • Uschi Hahn

Altingen. Das Opfer hatte die Täterin auf einem Foto identifiziert: Eindeutig sei es eine Kreuzotter gewesen, die ihn beim Schneiden eines Buchsbaums gebissen habe, sagte er den Polizisten, die ihm ein Bild des seltenen Reptils gezeigt hatten.

Mit Ausnahme der Sandviper, die nur im Wiesental im Schwarzwald vorkommt, ist die Kreuzotter Deutschlands einzige Giftschlange. Aber sie gilt als äußerst scheu und beißt nur im allergrößten Notfall zu. War es also wirklich eine Kreuzotter, die am Mittwochvormittag in der Lettenstraße in Altingen ihre Giftzähne in den Arm des 51-Jährigen versenkte, als er ihr zu nahe kam?

Volker Kracht, Referatsleiter für Naturschutz und Landschaftspflege beim Tübinger Regierungspräsidium, hält das für „sehr unwahrscheinlich“. Kreuzottern, sagt er „kommen natürlicherweise hier nicht vor“. Im Nordschwarzwald schon, auch im Schwarzwald-Baar-Kreis, von wenigen Exemplaren weiß man auch auf der Schwäbischen Alb. Viel wohler aber fühlt sich das Reptil in oberschwäbischen Mooren und im Allgäu. Denn die Tiere haben es nicht gern warm. „Sie schätzen eher ein raues Klima“, sagt Kracht. Feucht lieben sie es auch. Und sie sind auf „stark wechselnde Temperaturen zwischen Tag und Nacht angewiesen“.

Kracht und ein von ihm befragter Schlangenexperte haben jedenfalls noch nie etwas von Kreuzottern im Kreis Tübingen gehört. Kracht kann sich vorstellen, dass es sich um eine ungiftige Ringelnatter gehandelt hat. „Die beißen schon eher zu.“

Aber wie kam es zu der Schwellung am Arm, dem Herzrasen und der Atemnot, über die der Gebissene klagte? Kracht tippt auf eine allergische Reaktion – zum Beispiel auf etwas, das die Schlange noch an den Zähnen hatte. „Vielleicht war es auch einfach nur ein Schock.“

Auch Barbara Lupp vom Tübinger Naturschutz Nabu schließt eine Kreuzotter aus: „Die gibt es hier nicht.“ Sie glaubt eher an eine Schlingnatter. „Die sehen Kreuzottern ziemlich ähnlich.“

Das Opfer indes bleibt dabei: „Es war eine Kreuzotter“, sagte der 51-Jährige am Donnerstag dem TAGBLATT gegenüber. Er habe solche Schlangen auch schon im Weinberg am Hirschauer Spitzberg gesehen.

Ein Notarzt hatte ihn nach dem Biss in die Tübinger Medizinische Uni-Klinik geschickt. Dort rief man auch bei der Giftnotruf-Zentrale in Freiburg an, die bei Bedarf ein Gegengift per Hubschrauber geschickt hätte. Das war dann aber nicht nötig. Das Schlangenopfer verließ die Klinik schon nachmittags wieder.

Die mutmaßliche Täterin konnte im übrigen nicht dingfest gemacht werden. So bleibt ihre Identität ein Geheimnis.

Kreuzotter oder nicht Kreuzotter – das ist in Altingen die Frage

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17.07.2014, 12:00 Uhr

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