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Kommentar · Bischof Overbeck

Krieg der Worte

Sprache ist eine mächtige Waffe. Gezielt eingesetzt, kann sie ganze Völker zu gewaltigen Leistungen animieren - so wie einst Großbritanniens Premier Winston Churchill mit einer Rede seine Landsleute in den Abwehrkampf gegen Nazi-Deutschland führte.

05.11.2015

Von ULRICH BECKER

Sie kann aber auch trennen, Konflikte verschärfen, Feuer dort entfachen, wo Besonnenheit nötig wäre.

Mit dem klaren Ziel, die Stimmung in Deutschland weiter anzuheizen, verfolgen die Pegida-Anhänger diese Strategie - und greifen gerne zur Nazi-Keule. Die Entgleisung auf der Veranstaltung der Vereinigung "Widerstand Karlsruhe", Angela Merkel sei der "schlimmste Kanzler, den Deutschland seit Adolf Hitler hatte", ist unentschuldbar. Genau wie das Verhalten von Pegida-Gründer Lutz Bachmann, der Justizminister Heiko Maas in die Nähe von Joseph Goebbels rückte.

Auf diesem Hintergrund ist es umso unerklärlicher, warum der katholische Ruhrbischof Franz-Josef Overbeck sich auf diese Spirale der Wortgewalt einlässt. Über den Sinn von Transitzonen kann man streiten. Wer allerdings erklärt, Flüchtlinge fühlten sich darin "wie in Konzentrationslagern", begibt sich auf die Ebene der tumben Pegida-Sprücheklopfer und leistet ihrem Ziel, diese Republik zu spalten, weiter Vorschub.

Als Kirchenmann predigt Overbeck den Grundsatz Jesu, nicht Gleiches mit Gleichem zu vergelten. Das gilt allemal auch für den Krieg der Worte.

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Erstellt:
5. November 2015, 12:00 Uhr
Aktualisiert:
5. November 2015, 12:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 5. November 2015, 12:00 Uhr

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