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Starbucks-Boykott

Krieg gegen Weihnachten?

Wer hätte gedacht, dass Pappbecher dem Christentum gefährlich werden könnten? Joshua Feuerstein, ein selbst ernannter amerikanischer Prediger, ist fest davon überzeugt. In einem Internet-Video wirft er der Kaffeehaus-Kette Starbucks vor, einen "Krieg gegen Weihnachten" zu führen.

13.11.2015
  • PETER DETHIER

Mehr als 14 Millionen Menschen haben sich Feuersteins Tirade bereits angesehen. Die meisten teilen seinen Zorn.

Der Grund der Aufregung ist klein, rund und rot: Auf seinen Weihnachtsbechern verzichtet Starbucks zum ersten Mal seit 1997 auf weihnachtliche Motive. Weder zieren Bilder von Schneeflocken noch Christbaumschmuck Becher. Sie sind einfach rot mit Starbucks-Logo.

Darin wiederum sehen Vertreter rechtsgerichteter kirchlicher Organisationen einen Affront gegen das Christentum, einen Kniefall vor anderen Religionen, und rufen zum Boykott auf. Andere fordern, bei der Bestellung seines Getränks "Merry Christmas" als Namen anzugeben. Wird der Frappuccino dann aufgerufen, seien die Baristas gezwungen, "Frohe Weihnachten" ins Lokal zu rufen.

Der Streit um die Kaffeebecher treibt auch die Politik um. Der republikanische Präsidentschaftskandidat Donald Trump schloss sich dem Boykott an. Nicht ohne zu erwähnen, dass in seinem New Yorker Wolkenkratzer das erfolgreichste aller Starbucks-Lokale beheimatet ist. Sicher sei, "dass dort der Mietvertrag nicht erneuert wird und dass, wenn ich Präsident bin, wir alle ,Frohe Weihnachten' sagen werden".

Dabei unterliegt Trump demselben Irrtum wie andere Fanatiker, die gegen Starbucks zu Felde ziehen: Zu keinem Zeitpunkt stand auf den Pappbechern das Wort Weihnachten. Die Kette hatte es immer bei Bildern bewenden lassen.

Der Konzern verteidigt seine Entscheidung. "Eine Unternehmenskultur, die Integration fördert, gehörte schon immer zu unseren Kernwerten", hieß es in einer Erklärung. Unabhängig davon, ob die Kunden Weihnachten feierten, "werden wir in unseren Läden weltweit weiterhin Kunden verschiedener Herkunft und Religionen begrüßen und willkommen heißen".

Krieg gegen Weihnachten?
Ohne Sterne und Schneeflocken: Starbucks-Becher. Foto: afp

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13.11.2015, 12:00 Uhr

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