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Krieg und Frieden

Kritischer Blick

Der Friedensforscher Andreas Hasenclever sprach über aktuelle kriegerische Konflikte.

15.09.2014

Der Friedensforscher Herr Hasenclever kann im TAGBLATT-Gespräch nur schwer einschätzen, ob der Westen im kriegerischen Konflikt in der Ukraine auch Fehler gemacht hätte, weil er in „die Schaltkreise und Zentren der Macht nicht direkt hineinsehen könne“. Er beruft sich auf die Meldung in der FAZ, dass der Kreml schon lange plante, die Krim zu annektieren. O.k., alles klar! Die Ursachen sind in der russischen Politik zu suchen.

Im Dossier „Der Ukraine-Konflikt“ (Hrsg: Kooperation für den Frieden) kommen die Autoren zu differenzierteren Analysen, ohne die Machtpolitik Russlands zu legitimieren (googeln: Dossier Vll Ukraine). Dort wird darauf hingewiesen, dass am Ende des West-Ost-Konflikts der Westen Gorbatschow versicherte, die Staaten des ehemaligen Warschauer Pakts würden nicht Mitglieder der Nato werden. Nach 1999 traten allerdings Polen, Tschechien, Ungarn, Bulgarien, Estland, Lettland, Litauen, Rumänien, Slowakei, Slowenien der Nato bei. Die Bemühungen um weitere Nato-Beitritte sind damit nicht beendet. Georgien, Moldawien und die Ukraine waren und sind die nächsten Kandidaten.

EU-Assoziierungsabkommen dienen als Vehikel zu diesem Ziel. Dass der Kreml diese Nato-Einkreisung als Bedrohung empfindet, ist nachvollziehbar. Um zivile Lösungen des Ukraine-Konflikts zu entwickeln, braucht es auch einen kritischen Blick auf die Politik des Westens. Warum ist davon so wenig von der Uni Tübingen (Sonderforschung „Bedrohte Ordnung“) zu hören?

Siegfried Gack, Tübingen

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Erstellt:
15. September 2014, 12:00 Uhr
Aktualisiert:
15. September 2014, 12:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 15. September 2014, 12:00 Uhr

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